
Zwei Blackouts in drei Nächten: Urlaubsparadies im Dunkeln
Rosolina Mare, italienische Adriaküste, Hochsaison. Zwischen dem 31. Juli und dem 3. August 2026 versank der beliebte Ferienort gleich zweimal im Dunkeln – beim ersten Mal für rund zwölf Stunden. Tausende Urlauber, Anwohner und Betriebe waren ohne Strom, ohne Kühlung, ohne funktionierende Kommunikation.
Der Auslöser klingt banal: zu viele Klimaanlagen, zu viele Kühlgeräte, zu wenig Netz. Doch dahinter steckt ein Problem, das längst nicht nur Italien betrifft.
Wenn die Klimaanlage das Netz in die Knie zwingt
Der erste Ausfall begann gegen 22.30 Uhr – ausgerechnet an einem der besucherstärksten Abende des Sommers. Veranstaltungen wie „Sapori in Piazza“ hatten zusätzlich Menschen in den Ort gezogen. Hotels, Strandbäder, Bars und Eisdielen traf es mitten im laufenden Geschäft.
Nach Angaben von Bürgermeister Michele Grossato habe der Verbrauch zeitweise die Belastbarkeit einer Verteilerstation überschritten. Techniker arbeiteten die ganze Nacht an mehreren Störungen. Erst gegen 8.30 Uhr am Morgen war der Ort weitgehend wieder versorgt – einzelne Bereiche mussten noch länger warten.
800 Meter gestohlenes Kupfer – und die Reserve war weg
Eigentlich hätte eine zweite Leitung die ausgefallenen Netzbereiche schnell übernehmen können. Doch Unbekannte hatten zuvor rund 800 Meter Kupferkabel gestohlen und diese Verbindung damit unbrauchbar gemacht.
Ohne Gegenversorgung dauerte der Blackout deutlich länger, als er hätte dauern müssen. Der Netzbetreiber schickte eine mobile Powerstation mit einem Megawatt Leistung – für viele Gastronomen kam sie zu spät. Kühltruhen und Kühlschränke standen da bereits stundenlang still, verderbliche Ware landete im Müll.
Kupferdiebstahl ist längst kein Kavaliersdelikt mehr, sondern ein Angriff auf kritische Infrastruktur. Steigende Metallpreise machen jedes Kabel zur Beute – ein Problem, das auch deutsche Netzbetreiber und die Bahn seit Jahren beschäftigt.
Und dann kam die zweite Nacht
Am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr ging in mehreren Ortsteilen erneut das Licht aus. Je nach Gebiet kehrte der Strom erst gegen 4 Uhr morgens zurück. Enel-Techniker rückten sofort aus – doch der zweite Ausfall binnen drei Nächten verschärfte die Schäden erheblich.
Wieder mussten Lebensmittel entsorgt werden. Wieder ging es um kühlpflichtige Medikamente. Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen waren besonders betroffen. Mehrere Unternehmer fordern Medienberichten zufolge nun Investitionen in die veralteten Verteilanlagen.
Ein Lehrstück – auch für Deutschland
Rosolina Mare ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Überall in Europa steigt die Last auf Stromnetze, deren Substanz aus einer anderen Zeit stammt. Gleichzeitig wird Elektrifizierung politisch forciert – von Wärmepumpen bis zur E-Mobilität.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall exemplarisch, wie verletzlich moderne Versorgungssysteme geworden sind. Ein überlastetes Umspannwerk, ein Kabeldiebstahl – und ein ganzer Ort steht still. Wer glaubt, das könne nur im Süden passieren, sollte sich an die Stromausfälle auf Borkum oder die Trafo-Brände in NRW erinnern.
Die unbequeme Wahrheit: Wenn der Strom weg ist, funktioniert nichts mehr. Kein Kartenterminal, kein Geldautomat, kein Online-Banking. Digitale Guthaben sind in solchen Momenten exakt so viel wert wie die Stromversorgung, die sie sichtbar macht. Physische Werte – Bargeld im Haus, Vorräte, aber auch Sachwerte wie Gold und Silber – sind von Netzausfällen schlicht unabhängig. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen entfalten Edelmetalle genau dort ihre Stärke, wo Systeme versagen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.

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