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05.08.2026
06:03 Uhr

Mordaufruf im Podcast: Wenn ein Rapper zum bewaffneten Umsturz aufruft – und der Rechtsstaat schweigt

Es gibt Sätze, die würden in diesem Land eine Lawine auslösen. Hausdurchsuchungen im Morgengrauen, Brennpunkt-Sondersendungen, betroffene Talkshow-Runden, mahnende Worte aus dem Bundesinnenministerium. Vorausgesetzt, sie kämen von der falschen Seite. Kommen sie aber von links, dann geschieht: nichts.

Der Rapper Beslik, ein in den Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gern gesehener Gast, hat im Podcast „Take me Späti“ nach Angaben des Berichts offen zum gewaltsamen Sturz der Regierung aufgerufen. Wörtlich soll er gesagt haben, man müsse die Regierung mit Waffengewalt stürzen. Anders gehe es nicht, er meine das zu hundert Prozent ernst. Auf die Nachfrage, wozu man denn Waffen zu Hause brauche, habe er lapidar geantwortet: um die Regierung zu stürzen.

Vom Tomatenwurf zum Lynchmord – in einem einzigen Halbsatz

Es blieb nicht bei der Systemfrage. Als die Moderatorin scherzhaft anmerkte, sie sei dafür, Leute auf dem Dorfplatz mit Tomaten zu bewerfen, habe Beslik ergänzt: „Ja. Oder lyncht.“ Und als selbst der Gesprächspartnerin sichtlich mulmig wurde, habe er nachgeschoben, wen er meine – Politiker.

Wer öffentlich das Lynchen von Politikern in Erwägung zieht, hat die Grenze zwischen Provokation und Aufruf zur Gewalt nicht überschritten, sondern eingerissen.

Dass hier nicht ein Kabarettist mit den Grenzen der Satire spielt, sondern jemand aus einer klar linksradikalen Denkschule argumentiert, machte er selbst deutlich, indem er ausgerechnet Lenin bemühte – jenen Mann, dessen Revolution Millionen Menschen das Leben kostete. Der zitierte Witz über die deutschen Revolutionäre, die sich am Bahnhof erst brav eine Fahrkarte lösen würden, ist alt. Neu ist, dass ihn jemand im Jahr 2026 als Handlungsaufforderung versteht.

Zweierlei Maß – das Grundgesetz nach Gesinnung

Zwei Wochen nach Ausstrahlung: keine Konsequenzen. Kein Ermittlungsverfahren, das öffentlich geworden wäre, keine Recherche-Einheit des Beitragsfunks, die sich empört, keine Sonderausgabe irgendeines Magazins. Man stelle sich einmal das exakte Gegenbild vor: Ein konservativer Musiker fordert im Netz Waffengewalt gegen die Regierung. Die Republik stünde kopf.

Der Kontrast ist erdrückend. Jahrelang wurden Bürger, die während der Pandemie staatliche Maßnahmen kritisierten, unter dem Kunstbegriff der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ beobachtet. Wer die Reform oder Abschaffung des Zwangsbeitragsfunks fordert, gilt schnell als Staatsfeind. Wer aber zum Lynchen aufruft, wird bei „Gefragt – Gejagt“ platziert und von funk mit dem Hinweis beworben, er brauche „dringend mehr Hype“. Finanziert – man muss es so deutlich sagen – vom Gebührenzahler, dessen gewählte Repräsentanten hier zum Abschuss freigegeben werden.

Ein Staat, der auf dem linken Auge blind bleibt

Man muss kein Freund der amtierenden Großen Koalition sein, um zu erkennen, worum es hier geht. Es geht nicht um Merz, nicht um Klingbeil, nicht um irgendeine Regierungspolitik. Es geht um die schlichte Frage, ob in Deutschland für alle dasselbe Recht gilt. Ein Rechtsstaat, der Straftatbestände nach politischer Gesinnung des Täters sortiert, ist kein Rechtsstaat mehr, sondern ein Gesinnungsapparat mit juristischer Fassade.

Und genau dieses Gefühl – die Erosion staatlicher Verlässlichkeit, die schleichende Aushöhlung von Gleichbehandlung und Ordnung – treibt Millionen Deutsche um. Es ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die Wahrnehmung eines erheblichen Teils der Bevölkerung: Dieser Staat schützt nicht mehr zuverlässig seine Bürger, sondern seine bevorzugten Milieus. Wer Vertrauen zurückgewinnen will, müsste hier konsequent durchgreifen. Stattdessen: Schweigen.

Wenn selbst der Gewaltmonopol-Anspruch des Staates zur Verhandlungsmasse politischer Sympathien wird, sollten sich Bürger fragen, worauf sie sich noch verlassen können. Institutionelles Vertrauen ist ein Gut, das rasend schnell verfällt – ähnlich wie Papiergeld. Wer für sich Beständigkeit sucht, findet sie traditionell eher in Sachwerten, die niemand per Dekret entwerten oder per Gesinnungsprüfung entziehen kann. Physisches Gold und Silber gehören seit Jahrtausenden zu dieser Kategorie und haben sich in politisch unruhigen Zeiten als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten Vermögens bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine finanziellen Entscheidungen selbst. Für rechtliche oder steuerliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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