
Zins-Beben: Bundesanleihe auf 17-Jahreshoch – Häuslebauer zahlen drauf!
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist auf rund 3,58 Prozent gestiegen und damit so hoch wie seit 2009 nicht mehr. Auch weltweit ziehen die Zinsen an. In den USA liegt die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen so hoch wie seit 2004 nicht mehr. Wer in Deutschland ein Haus bauen oder kaufen will, spürt das sofort bei den Bauzinsen.
Ölpreis, Diesel, Inflation: Warum die Zinsen steigen
Ausgelöst hat den Anstieg vor allem der Ölpreis. Er klettert seit Tagen spürbar. Damit wächst an den Märkten die Angst vor neuer Inflation. Anleger verlangen deshalb höhere Zinsen, damit ihr Geld nicht an Wert verliert. Außerdem rechnen viele damit, dass die Notenbanken ihre Leitzinsen wieder anheben.
Dazu kommt Druck beim Diesel. Berichten zufolge werden in den USA die Pläne für ein 90-tägiges Exportverbot für Diesel konkreter. Europa ist stark auf Diesel-Importe angewiesen. An den Tankstellen droht es also teurer zu werden, und das würde die Inflation weiter anheizen. Viele Autofahrer dürften sich fragen: Schon wieder?
Gute Konjunkturdaten treiben die Renditen zusätzlich
Ausgerechnet gute Nachrichten verschärfen die Lage. In den USA fiel der Einkaufsmanagerindex sehr stark aus, was für höhere Zinsen der US-Notenbank Fed spricht. Auch in Deutschland zeigten die Einkaufsmanager mehr Zuversicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September auf 89,9 Punkte. Das ist Medienberichten zufolge der höchste Wert seit mehr als drei Jahren.
Die Wirtschaftsinstitute haben in ihrer Gemeinschaftsdiagnose ihre Prognose für 2026 von 0,6 auf 1,3 Prozent Wachstum angehoben. Klingt gut, doch es gibt einen Haken. Laut Berichten tragen vor allem staatliche Milliardenprogramme und Exporte den Aufschwung. Gleichzeitig steigen die Staatsdefizite. Für 2028 erwarten die Institute nur noch 0,4 Prozent Wachstum. Kritiker sehen darin kein nachhaltiges Wachstum, sondern einen kurzen Schub auf Pump. Bezahlen müssen ihn am Ende die Steuerzahler.
Wie die Bundesanleihe den Bauzins bestimmt
Für Häuslebauer ist der Zusammenhang einfach, aber teuer. Banken finanzieren Immobilienkredite zu einem großen Teil über Pfandbriefe. Deren Zinsen richten sich nach der Bundesanleihe, der sichersten Schuldverschreibung des Landes. Besonders wichtig ist die zehnjährige Laufzeit. Steigt ihre Rendite, ziehen die Bauzinsen meist wenige Tage später nach. Dazu kommen Aufschläge der Banken für Risiko und Verwaltungskosten.
Die Zahlen zeigen, wie schnell das geht. Laut dem Kreditvermittler Interhyp liegen Baukredite mit zehn Jahren Zinsbindung aktuell bei 4,39 Prozent, Tendenz steigend. Vor vier Wochen waren es noch 4,02 Prozent. Im März, vor Beginn des Iran-Kriegs, waren es nur 3,60 Prozent.
Was das für Familien konkret bedeutet
Eine einfache Rechnung zeigt die Folgen: Bei einem Kredit über 300.000 Euro kosten 0,79 Prozentpunkte mehr im ersten Jahr rund 2.370 Euro zusätzliche Zinsen. Das sind fast 200 Euro im Monat. Für viele junge Familien kann das über den Traum vom Eigenheim entscheiden. Und das in einem Land, in dem Kaufnebenkosten, Grunderwerbsteuer und Bauvorschriften das Bauen ohnehin teuer machen.
Fazit: Sachwerte statt Papierversprechen
Die Lage zeigt, wie anfällig das Finanzsystem für Energiepreise, geopolitische Krisen und hohe Staatsschulden ist. Wer sein Vermögen nur in Anleihen oder Bankprodukten hält, hat bei steigender Inflation ein Problem: Das Geld verliert an Kaufkraft. Physisches Gold und Silber sind nicht von einem Schuldner abhängig. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen in unsicheren Zeiten abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Finanzierungs- oder Steuerberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und gegebenenfalls fachlichen Rat einholen. Für Anlage- und Finanzierungsentscheidungen ist jeder selbst verantwortlich.
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