
Wirtschaftsministerin Reiche rechnet mit der Energiewende ab: „Das Land wird ruiniert"
Es sind Worte, die man von einer CDU-Ministerin so deutlich kaum erwartet hätte – und die doch längst überfällig waren. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in einem bemerkenswerten Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" eine schonungslose Bestandsaufnahme der deutschen Energiepolitik vorgelegt. Ihr Befund ist vernichtend: Deutschland erlebe „eine der schwersten Energiekrisen der Geschichte". Die Industrie blute aus, die Deindustrialisierung beschleunige sich. Wer hätte das gedacht – außer natürlich jedem, der in den letzten Jahren die Augen offen hatte.
36 Milliarden Euro Systemkosten – und kein Ende in Sicht
Reiche räumt mit einer der hartnäckigsten Legenden der grünen Energiepolitik auf: dem Märchen vom kostenlosen Strom aus Wind und Sonne. Ja, die Sonne schicke keine Rechnung, so die Ministerin. Das Gesamtsystem aber sehr wohl. EEG-Kosten, Kapazitätsreserven, Netzreserven, Redispatch-Kosten und diverse Subventionen summierten sich auf über 36 Milliarden Euro pro Jahr. Das seien 430 Euro für jeden einzelnen Deutschen – vom Säugling bis zum Rentner. Und es werde noch schlimmer: Bis 2035 stiegen die Systemkosten auf geschätzte 90 Milliarden Euro jährlich.
Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen. 90 Milliarden Euro. Jedes Jahr. Für ein Energiesystem, das nicht einmal ein Fünftel des gesamten deutschen Energieverbrauchs deckt. Deutsche Haushalte zahlten bereits jetzt bis zu 37 Cent pro Kilowattstunde – satte neun Cent über dem EU-Durchschnitt. Während andere europäische Nationen ihre Industrie mit günstiger Energie versorgen, vertreibt Deutschland seine Unternehmen mit ideologisch aufgeblähten Strompreisen ins Ausland.
Milliarden für Stillstand: Wenn Windräder bezahlt werden, obwohl sie nichts produzieren
Besonders pikant ist ein Detail, das Reiche in ihrem Beitrag hervorhebt und das die ganze Absurdität der bisherigen Energiepolitik offenbart: Fast drei Milliarden Euro zahle der Steuerzahler allein dafür, dass Windräder und Solaranlagen abgeregelt würden, weil die Netze den produzierten Strom schlicht nicht aufnehmen könnten. Die Ministerin bringt es auf den Punkt: Es gebe keine andere Industrie, die eine über 20 Jahre garantierte Finanzierung erhalte und sogar dann Entschädigung kassiere, wenn ihr Produkt gar nicht gebraucht werde.
Man stelle sich vor, ein Bäcker würde dafür bezahlt, seine Brötchen nicht zu backen. Oder ein Automobilhersteller erhielte Subventionen dafür, dass seine Fahrzeuge auf dem Hof stehen bleiben. In jeder anderen Branche wäre ein solches Geschäftsmodell als Wahnsinn entlarvt worden. In der deutschen Energiepolitik galt es jahrelang als Fortschritt.
Seit dem Iran-Konflikt eskalieren die Energiepreise weiter
Verschärft wird die Lage durch die geopolitischen Verwerfungen. Seit der Eskalation des Iran-Konflikts seien die Preise für Öl, Flüssiggas und Diesel massiv gestiegen, so Reiche. Dies belaste Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen und koste Deutschland dringend benötigtes Wirtschaftswachstum. Jahrelang habe man sich mit ehrgeizigen Zielen beruhigt – 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren bis 2030, Klimaneutralität bis 2045. Schöne Zahlen, die das schlechte Gewissen besänftigten, während die Strompreise explodierten.
Zwischen Realismus und alten Reflexen
Allerdings bleibt Reiche bei aller Kritik inkonsequent – und genau hier liegt das Problem. Denn das 80-Prozent-Ausbauziel für Erneuerbare bleibe bestehen, ebenso der Anschlussvorrang. Die Ministerin bekennt sich grundsätzlich zur Energiewende und bezeichnet die Erneuerbaren als „Rückgrat unserer Stromversorgung". Gleichzeitig fordert sie einen technologieoffenen Kapazitätsmarkt, gesicherte Kraftwerkskapazitäten, Speicher und ein neues Marktdesign. Gas bleibe unverzichtbar, weshalb Deutschland langfristige Lieferverträge mit den USA, Kanada, Angola und Mexiko abschließe.
Immerhin: Bei der Kerntechnik öffnet Reiche vorsichtig eine Tür, die ihre Vorgänger zugemauert hatten. Neue Reaktoren seien kleiner, modular und sicherer. Bereits 16 EU-Mitgliedstaaten investierten gemeinsam in diesen Bereich. Dass Deutschland nach dem ideologisch motivierten Atomausstieg unter der Ampelregierung nun zaghaft wieder über Kernenergie nachdenkt, ist zwar begrüßenswert – kommt aber reichlich spät. Andere Nationen wie Frankreich oder Finnland haben diesen Irrweg nie mitgemacht und profitieren heute von stabilen, günstigen Strompreisen.
Eine überfällige Richtungsentscheidung
Reiches Schlussappell hat es in sich: Deutschland „muss sich zwischen ernsthafter Politik und Selbsttäuschung entscheiden". Eine Energiewende, die Systemkosten ignoriere, werde das Land ruinieren, das sie zu retten vorgebe. Treffender lässt sich das Versagen der vergangenen Jahre kaum zusammenfassen. Die grüne Traumtänzerei hat Deutschland an den Rand der energiepolitischen Katastrophe geführt. Ob die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, wirklich umzusteuern, oder ob es bei markigen Worten bleibt, wird sich zeigen müssen.
Für den deutschen Bürger, der jeden Monat seine Stromrechnung öffnet und schluckt, für den Mittelständler, der seine Produktion ins Ausland verlagert, und für die Familien, die sich fragen, wie sie die nächste Nebenkostenabrechnung stemmen sollen, bleibt die bittere Erkenntnis: Die ideologiegetriebene Energiepolitik der vergangenen Jahre hat einen Scherbenhaufen hinterlassen. Es wird Jahre dauern, diesen aufzuräumen – wenn der politische Wille denn endlich vorhanden ist.
„Eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie zu retten vorgibt." – Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
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