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04.02.2026
06:45 Uhr

Warschau macht Ernst: Chinesische E-Autos werden zur Sicherheitsbedrohung erklärt

Was klingt wie ein Szenario aus einem Spionagethriller, ist in Polen längst bittere Realität geworden. Das Verteidigungsministerium in Warschau hat chinesischen Elektrofahrzeugen den Zugang zu militärischen Einrichtungen untersagt und Parkverbote in der Nähe strategisch wichtiger Objekte verhängt. Der Grund: Die rollenden Hightech-Maschinen sammeln Daten – und niemand weiß genau, wo diese am Ende landen.

Smartphones auf Rädern: Die unterschätzte Gefahr

Moderne Elektrofahrzeuge sind längst keine simplen Fortbewegungsmittel mehr. Sie gleichen fahrenden Rechenzentren, ausgestattet mit Kameras, Sensoren und Radarsystemen, die permanent ihre Umgebung erfassen. Routen werden gespeichert, Fahrmuster analysiert, Umgebungsbilder aufgezeichnet. Was für den Komfort des Fahrers gedacht ist, kann in den falschen Händen zur Goldgrube für Geheimdienste werden.

Die polnischen Behörden haben diese Gefahr offenbar früher erkannt als ihre europäischen Partner. Während Brüssel noch in endlosen Prüfverfahren verharrt, schafft Warschau bereits Fakten. Militärangehörige sollen ihre Diensthandys nicht mehr mit den Bordcomputern chinesischer Fahrzeuge verbinden – eine Maßnahme, die zwar noch nicht formell beschlossen, aber bereits praktiziert wird.

Der entscheidende Unterschied: Wer hat Zugriff auf die Daten?

Interessanterweise richtet sich die Kritik nicht gegen die Technologie an sich. Vergleichbare Sensorik findet sich schließlich auch in deutschen, französischen oder amerikanischen Fahrzeugen. Der springende Punkt ist ein anderer: Wohin fließen die gesammelten Informationen, und wer kann sie auswerten?

Europäische Hersteller unterliegen strengen Datenschutzvorschriften und Compliance-Regeln. Bei chinesischen Unternehmen sieht die Sache grundlegend anders aus. Experten weisen darauf hin, dass Firmen in der Volksrepublik gesetzlich zur Zusammenarbeit mit staatlichen Sicherheitsbehörden verpflichtet werden können. Ein Umstand, der westlichen Sicherheitsbehörden schlaflose Nächte bereitet.

Die Möglichkeit, Bewegungs- und Umfelddaten aus der Nähe militärischer Anlagen auszulesen, kann bereits als Spionage gewertet werden.

Europa hinkt hinterher – wie so oft

Ein Bericht des Warschauer Zentrums für östliche Studien mit dem treffenden Titel „Smartphones auf Rädern" hat die Debatte zusätzlich befeuert. Die Analystin Paulina Uznańska bringt es auf den Punkt: Europa ist bei der Bewertung solcher Risiken im Rückstand. Der Markt für chinesische Elektrofahrzeuge wächst rasant, während die Regulierung hinterherhinkt. Genau in dieser Lücke entstehen operative Sicherheitsrisiken.

Besonders pikant erscheint dabei der internationale Vergleich. China selbst begrenzt seit Jahren den Handlungsspielraum ausländischer Autobauer im eigenen Land durch strikte Regeln und Lizenzen. Westliche Hersteller müssen Joint Ventures eingehen und Technologie teilen, während chinesische Marken in Europa nahezu ungehindert expandieren können. Diese Asymmetrie ist nicht nur wirtschaftlich bedenklich, sondern auch sicherheitspolitisch naiv.

Der Preis lockt – die Risiken bleiben abstrakt

Trotz aller Bedenken vervierfachten sich die Verkaufszahlen chinesischer Neuwagen in Polen im vergangenen Jahr. Marken wie BYD oder MG locken mit Preisvorteilen von 15 bis 20 Prozent gegenüber europäischen Wettbewerbern. Der günstige Preis wirkt sofort und greifbar, während Sicherheitsfragen für den durchschnittlichen Käufer abstrakt bleiben.

Für Deutschland sollte das polnische Vorgehen ein deutliches Warnsignal sein. Auch hierzulande gewinnen chinesische Marken Marktanteile, Flottenkäufe in Unternehmen und bei Vermietern nehmen zu. Wenn sich der Ansatz aus Warschau ausbreitet – und vieles spricht dafür –, könnten Sperrzonen, Schnittstellenregeln und Kopplungsverbote auch in der Bundesrepublik Realität werden.

Ein Weckruf für die deutsche Politik

Die Debatte um chinesische E-Autos ist mehr als eine handelspolitische Frage. Es geht um die Abwehr von Spionagerisiken im Alltag vernetzter Mobilität. Polen zeigt, dass nationale Sicherheitsinteressen schneller reagieren können als träge EU-Bürokratie. Die Frage ist nur, ob Deutschland den Mut aufbringt, ähnlich konsequent zu handeln – oder ob man wieder einmal abwartet, bis es zu spät ist.

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Wer ist: Ernst Wolff

Ernst Wolff ist ein renommierter Wirtschaftsjournalist und Autor. Geboren in 1950 in China, in der Stadt Tianjin, zog er schon als Kleinkind mit seiner Familie nach Südkorea und von dort nach Deutsch…
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