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03.02.2026
08:49 Uhr

Überalterte Arbeitswelt: Deutschland führt traurigen EU-Rekord an

Die Bundesrepublik hat einen Spitzenplatz errungen, auf den man wahrlich nicht stolz sein kann: Kein anderes Land in der Europäischen Union verfügt über eine derart betagte Erwerbsbevölkerung wie Deutschland. Fast jeder vierte Berufstätige hierzulande bewegt sich bereits auf die Rente zu – ein alarmierendes Signal für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der einstigen Industrienation.

Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Nach aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes auf Grundlage von Eurostat-Daten waren im Jahr 2024 von den rund 40,9 Millionen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren sage und schreibe 9,8 Millionen Menschen zwischen 55 und 64 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 24 Prozent – der höchste Wert aller 27 EU-Mitgliedsstaaten. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei lediglich 20,1 Prozent.

Italien folgt mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz, während Bulgarien mit 22,3 Prozent den dritten Rang belegt. Am anderen Ende der Skala findet sich Malta, wo nur jeder neunte Erwerbstätige zur älteren Generation zählt. Auch Luxemburg und Polen weisen mit 12,8 beziehungsweise 15,2 Prozent deutlich niedrigere Werte auf.

Die Ursachen: Jahrzehnte verfehlter Politik

Die Gründe für diese demografische Schieflage sind vielfältig, doch sie alle wurzeln in politischen Versäumnissen vergangener Jahrzehnte. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung schreitet unaufhaltsam voran, während gleichzeitig das durchschnittliche Renteneintrittsalter kontinuierlich steigt. Im Jahr 2024 lag es bei 64,7 Jahren – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2004, als Frauen noch mit durchschnittlich 63 Jahren und Männer mit 63,1 Jahren in den Ruhestand gingen.

Die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis 2029 sowie das Auslaufen von Frühverrentungsmodellen, die teilweise schon ab 60 Jahren genutzt werden konnten, tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Was von der Politik als notwendige Anpassung an demografische Realitäten verkauft wird, bedeutet für Millionen Arbeitnehmer schlicht: länger schuften für weniger Rente.

Ein Teufelskreis ohne Ausweg?

Die Konsequenzen dieser Entwicklung sind gravierend. Eine alternde Erwerbsbevölkerung bedeutet höhere Krankenstände, geringere Produktivitätszuwächse und einen massiven Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren noch dramatisch verschärfen dürfte. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer endgültig in Rente gehen, droht dem deutschen Arbeitsmarkt ein Aderlass historischen Ausmaßes.

Statt jedoch auf eine nachhaltige Familienpolitik zu setzen, die jungen Menschen wieder Mut macht, Kinder zu bekommen, hat die Politik jahrzehntelang auf kurzfristige Lösungen gesetzt. Die Quittung dafür erhalten wir jetzt – in Form einer überalterten Gesellschaft, die ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zunehmend einbüßt. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz endlich die richtigen Weichen stellt, um diesen fatalen Trend umzukehren.

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