
Trumps Appell an Putin: Zwischen Hoffnung und Ernüchterung in Abu Dhabi
Während in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Unterhändler aus Kiew und Moskau zu einer weiteren Verhandlungsrunde zusammenkommen, richtet der amerikanische Präsident Donald Trump einen bemerkenswerten Appell an den Kreml-Chef. „Ich will, dass er den Krieg beendet", erklärte Trump vor versammelter Presse im Weißen Haus. Eine Aussage, die angesichts der jüngsten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur fast schon naiv anmutet.
Russlands doppeltes Spiel: Feuerpause und Raketenhagel
Die Realität auf dem Schlachtfeld spricht eine andere Sprache als die diplomatischen Bemühungen in Abu Dhabi. Während Trump Putin dafür lobt, dass dieser „sein Wort gehalten" habe, indem er die Angriffe auf Kiew für den vereinbarten Zeitraum aussetzte, hagelte es in der Nacht zum Dienstag erneut Raketen und Drohnen auf ukrainisches Territorium. Etwa 450 Langstreckendrohnen und 70 Raketen verschiedener Typen wurden nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj gegen sein Land eingesetzt.
Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt warnt eindringlich vor überzogenen Erwartungen an die Verhandlungen. „Die Erfahrung lehrt, dass hohe Erwartungen an Friedensverhandlungen mit Putin unangebracht sind", mahnte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. Russland zeige durch seine bewussten Angriffe auf Kiews Energieinfrastruktur, dass der Kreml kein Interesse an Frieden habe, sondern den kalten Winter nutze, um die Moral des ukrainischen Volkes zu untergraben.
BND enthüllt: Moskaus wahre Militärausgaben
Eine brisante Analyse des Bundesnachrichtendienstes wirft ein bezeichnendes Licht auf Russlands tatsächliche Kriegsanstrengungen. Die militärischen Ausgaben des Kremls waren in den vergangenen Jahren demnach bis zu 66 Prozent höher als im offiziellen Verteidigungshaushalt dargestellt. Der BND schätzt die realen Militärausgaben für das vergangene Jahr auf rund 250 Milliarden Euro – etwa die Hälfte des gesamten russischen Staatshaushalts.
„Bauvorhaben des Verteidigungsministeriums, IT-Projekte des Militärs oder Sozialleistungen für Angehörige der Streitkräfte seien nicht im Verteidigungs-, sondern in anderen Teilen des Etats aufgeführt worden."
Selenskyj spricht von „winterlichem Genozid"
Die ukrainische Führung findet deutliche Worte für das russische Vorgehen. Präsident Selenskyj sprach von einer der schwersten Attacken des gesamten Krieges und warf Moskau vor, den US-Vorschlag für eine Feuerpause missbraucht zu haben, um Raketen zu horten und auf die kältesten Tage des Jahres mit Temperaturen unter minus 20 Grad zu warten. Verteidigungsminister Schmygal bezeichnete die Angriffe als „weiteres russisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und „einen Versuch eines winterlichen Genozids".
Finnland fordert entschlossenes Handeln
Finnlands Außenministerin Elina Valtonen erteilte europäischen Alleingängen eine klare Absage. „Ein Telefonat der Europäer mit Putin wäre zum jetzigen Zeitpunkt ein völlig falsches Signal", betonte sie. Ihre Botschaft an Washington sei eindeutig: Die Ukraine sei zu Frieden bereit, Russland nicht. Jetzt müssten die USA entschlossenen Druck auf Russland ausüben.
Moskaus Propaganda-Offensive gegen Deutschland
Unterdessen versucht der Kreml, Deutschland mit absurden Vorwürfen zu diskreditieren. Das russische Außenministerium behauptete allen Ernstes, die deutsche Außenpolitik sei von „Rachegelüsten" geprägt. Außenminister Wadephul wies diese Anschuldigungen als „billigen Ablenkungsversuch" zurück. Es ist bezeichnend, dass Moskau zu solch durchsichtigen Propagandamanövern greift, während gleichzeitig russische Raketen auf ukrainische Zivilisten niedergehen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Verhandlungen in Abu Dhabi mehr sind als ein diplomatisches Schauspiel. Die Zeichen stehen nicht gut – doch in Zeiten wie diesen bleibt die Hoffnung auf Frieden das Einzige, woran sich die Menschen in der Ukraine klammern können.

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