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23.09.2026
17:10 Uhr

Sprit-Wahnsinn in Europa: Berlin plant den Deckel, Zagreb zieht durch!

Diesel zu fast 2,50 Euro pro Liter, und die Regierungen in Europa greifen hektisch ein. Berlin will ab dem 1. Oktober die Energiesteuer senken und spätestens zum Jahreswechsel einen Spritpreisdeckel einführen. Kroatien macht vor, wie so etwas aussieht: Dort legt der Staat die Höchstpreise schon seit März fest. Österreich und Italien gehen jeweils eigene Wege.

Deutschland: Tankrabatt, zweiter Anlauf

Bund und Länder haben sich am 18. September geeinigt. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt vom 1. Oktober bis Ende 2026 um 14 Cent. Mit der Umsatzsteuer ergibt das eine Entlastung von 17 Cent pro Liter. Das Paket soll Bürger und Betriebe um rund 2,5 Milliarden Euro entlasten. Die Länder zahlen die Hälfte davon.

Der Druck ist enorm. Laut ADAC kostete Diesel zuletzt im Bundesdurchschnitt 2,471 Euro, so viel wie noch nie. Super E10 lag bei 2,308 Euro. Auslöser ist der Iran-Krieg, der Ende Februar begonnen hat. Kanzler Friedrich Merz nannte die Entlastung in Zeiten knapper Haushalte „kein Pappenstiel“. Finanzminister Lars Klingbeil kündigte an, er wolle die „Abzocke an den Zapfsäulen“ beenden.

Beim Preisdeckel ist bisher kaum etwas geklärt. Er soll spätestens am 1. Januar 2027 kommen, als Vorbilder gelten Luxemburg und Belgien. Die SPD fordert ein solches Instrument schon lange. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte sich Berichten zufolge dagegen ausgesprochen. Dass die Koalition hier uneins ist, lässt sich kaum übersehen.

Kroatien: Der Staat setzt den Preis

An der Adria wird nicht lange diskutiert. Seit dem 15. September darf Diesel dort höchstens 1,85 Euro kosten, Eurosuper 95 höchstens 1,73 Euro. Die Regierung prüft die Werte inzwischen jede Woche neu. Laut Medienberichten läge Diesel ohne diesen Eingriff bei 2,16 Euro.

Ganz umsonst ist die Bremse aber nicht. Wirtschaftsminister Ante Šušnjar kündigte weitere Aufschläge von fünf bis sechs Cent an. Den Anstieg am Weltmarkt habe man mit eingefrorenen Verbrauchssteuern nur halbiert, so der Minister. Auch ein staatlicher Höchstpreis hebt die Gesetze des Marktes nicht auf.

Wien und Rom: Feinjustierung statt Holzhammer

Österreich senkt die Steuer je nach Lage

Österreich passt die Mineralölsteuer Monat für Monat an. Im April betrug der Abschlag fünf Cent, im Juli nur noch 0,8 Cent. Für August und September gelten 1,9 Cent. Dazu kommt eine „Preis-Runter-Garantie“: Wenn der Großhandel billiger wird, müssen die Tankstellen das rasch an die Kunden weitergeben. Eine Begrenzung der Margen hat Wien vorerst ausgesetzt.

Italien entlastet gezielt die Dieselfahrer

Die Regierung von Giorgia Meloni senkte die Verbrauchssteuer auf Diesel um 14 Cent. An der Zapfsäule macht das rund 17 Cent pro Liter aus. Die Maßnahme wurde mehrmals verlängert, zuletzt bis zum 17. September. Benzin bleibt außen vor. Außerdem will Rom 2027 für kleinere Autos und Motorroller weitgehend auf die Kfz-Steuer verzichten.

Warum der Deckel zur Falle werden kann

Ein Blick zurück mahnt zur Vorsicht. Schon 2022 kam der Tankrabatt nach Einschätzung vieler Kritiker nur zum Teil bei den Autofahrern an. Ungarn musste seinen Preisdeckel Ende 2022 aufgeben, weil an vielen Tankstellen der Sprit ausging. Wer Preise per Dekret festlegt, riskiert leere Zapfsäulen.

Aus Sicht unserer Redaktion liegt der Fehler tiefer. Rund die Hälfte des Literpreises machen in Deutschland Steuern und Abgaben aus, darunter der CO₂-Preis. Berlin lässt den Staat also erst kräftig mitverdienen und verkauft den Bürgern die Rückgabe dann als Wohltat. Bezahlt wird das Ganze mit neuen Löchern im Haushalt, und die landen am Ende wieder beim Steuerzahler.

Fazit: Der Staat behebt Symptome, nicht die Ursache

Energiepreise treiben die Inflation und kosten die Sparer Kaufkraft. Mit Rabatten und Deckeln lindert die Politik die Folgen, an der Ursache ändert sie nichts. Wer sein Vermögen vor Geldentwertung und politischer Willkür schützen will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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