
Neue Nummer für Ihr Geld: EZB bastelt am digitalen Euro-Konto
Die Europäische Zentralbank treibt eines der größten Infrastrukturprojekte der EU-Geschichte voran – den digitalen Euro. Und mit ihm könnte eine neue Kennziffer in den Alltag der Bürger einziehen: die DEAN, die "Digital Euro Access Number". Sie soll jedes digitale Euro-Konto eindeutig identifizieren, ähnlich wie es die IBAN heute beim klassischen Bankkonto tut.
Was hinter dem Kürzel DEAN steckt
Nach den Planungen der EZB wird die DEAN von einem Zahlungsdienstleister gemeinsam mit der digitalen Euro-Serviceplattform (DESP) vergeben, sobald jemand ein digitales Euro-Konto eröffnet. Sie ist kein Ersatz für die IBAN, sondern eine eigene Kennung für eine eigene Infrastruktur.
Verknüpfen lässt sie sich zudem mit bestehenden Systemen – etwa BICs – oder mit sogenannten Alias-Namen wie Handynummer oder E-Mail-Adresse. Wer keinen digitalen Euro will, bekommt laut den bisherigen Planungen auch keine DEAN: Automatisch zugeteilt werden soll sie nicht.
Aus technischen Unterlagen zum Pilotprojekt geht hervor, dass die Nummer aus 18 Zeichen bestehen soll – beginnend mit dem Kürzel "EU", gefolgt von Prüfziffern und einer 14-stelligen Kontokennung. Europäischer geht es kaum.
Testlauf ab 2027 – die Entscheidung fällt anderswo
Noch ist das alles Zukunftsmusik. Nach Angaben der EZB läuft seit dem dritten Quartal 2026 die Entwicklungsphase des Pilotprojekts; die eigentliche Testphase soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten und zwölf Monate dauern, verlängerbar um bis zu sechs Monate. Beteiligt sind die EZB und 19 nationale Notenbanken, dazu Dutzende ausgewählte Zahlungsdienstleister.
Pikant: Als erste Testnutzer sind nicht etwa normale Verbraucher vorgesehen, sondern Mitarbeiter der beteiligten Zentralbanken. Sie sollen in der Kantine per Handy zahlen, sich untereinander Geld schicken und online einkaufen – begleitet von Feedbackbögen.
Die politische Entscheidung steht ausdrücklich noch aus. Die EZB betont, dass über eine Ausgabe erst entschieden werde, wenn die EU-Gesetzgeber die Verordnung zum digitalen Euro verabschiedet haben. Fällt der Beschluss im Laufe des Jahres 2026, könnte die Währung nach EZB-Angaben ab 2029 ausgegeben werden.
Bargeld bleibt – sagt die EZB
Offiziell gilt: Der digitale Euro sei eine Ergänzung, kein Bargeld-Ersatz. Er soll Europa unabhängiger machen von amerikanischen Kartenkonzernen wie Visa und Mastercard – ein Argument, das auch Kritiker der Idee nachvollziehen können.
Skeptiker stören sich dagegen an etwas anderem: an den geplanten Obergrenzen. In den Diskussionen um die Verordnung wird Berichten zufolge über ein Haltelimit zwischen 500 und 3.000 Euro pro Nutzer gesprochen, damit den Geschäftsbanken nicht die Einlagen wegbrechen. Ein Zahlungsmittel mit Deckel ist eben kein Sparmittel.
Aus Sicht unserer Redaktion lohnt der nüchterne Blick: Wer sein Vermögen sichern will, braucht Werte, die nicht per Verordnung limitiert, per Update verändert oder per Serverausfall unerreichbar werden. Genau das ist der Grund, warum viele Bürger neben dem Konto auf physisches Gold und Silber setzen – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, greifbar und unabhängig von digitaler Infrastruktur.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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