
Neue Militärallianz in Mekka: Erdogan schmiedet Pakt mit Atommacht
Ein Bündnis, das die Machtverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten verschieben könnte: Am Freitag haben Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif in Mekka ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Nur einen Tag später kündigte der türkische Außenminister Hakan Fidan bereits die nächste Erweiterung an – Ägypten stehe offenbar in den Startlöchern.
Beistandsklausel nach Nato-Vorbild
Kern des Paktes ist eine Klausel, die europäischen Ohren vertraut klingt: Ein Angriff auf einen der drei Staaten gilt als Angriff auf alle. Fidan verglich die Regelung nach Angaben türkischer Medien ausdrücklich mit Artikel 5 des Nato-Vertrags.
Automatisch marschiert allerdings niemand los. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, müsse ein betroffenes Mitglied zunächst offiziell um Beistand ersuchen. Die Hilfe könne dann vom Austausch geheimdienstlicher Informationen über logistische Unterstützung bis hin zur Entsendung von Truppen reichen – gestaffelt nach dem Ausmaß der Bedrohung.
Geplant seien zudem regelmäßige Treffen der Außen- und Verteidigungsminister sowie der Generalstabschefs, politische und militärische Ausschüsse, gemeinsame Manöver und Ausbildungsprogramme. Das ständige Sekretariat soll in Saudi-Arabien angesiedelt werden.
Öl, Atomwaffen und die zweitgrößte Nato-Armee
Wer die drei Partner nüchtern betrachtet, erkennt schnell das strategische Gewicht dieser Allianz. Saudi-Arabien gehört zu den größten Ölförderern der Welt. Pakistan ist Atommacht. Und die Türkei stellt die zweitgrößte Armee des westlichen Verteidigungsbündnisses – bei rasant wachsender eigener Rüstungsindustrie.
Bemerkenswert für Berlin und Brüssel: Ein Nato-Mitglied schließt hier eine eigenständige Beistandsallianz mit einer Atommacht außerhalb des Bündnisses. Nach Fidans Worten sei der Pakt das Ergebnis von fast drei Jahren Verhandlungen. Von einer europäischen Beteiligung ist nichts bekannt.
Ägypten als „natürlicher Partner"
Kairo betrachte man ohnehin schon als Teil der Runde, so der Außenminister gegenüber der staatlichen Agentur Anadolu. Offen seien lediglich technische Details.
„Ich glaube, dass Ägypten in der nächsten Phase ebenfalls zu unserem Bündnis gehören wird."
Weitere Staaten hätten Interesse bekundet – welche, ließ Fidan offen. Erweiterungen seien möglich, allerdings nur mit Zustimmung aller drei Gründungsmitglieder.
Und der Iran?
Die naheliegende Frage drängt sich auf: Richtet sich der Pakt gegen Teheran? Fidan verneinte das ausdrücklich. Es sei keine gemeinsame Bedrohung schriftlich fixiert worden, und kein Land, das die Mitglieder nicht angreife, sei ein Ziel. Man verstehe sich als reine Verteidigungsorganisation, die nur im Angriffsfall aktiv werde.
Der zeitliche Kontext spricht allerdings eine eigene Sprache. Das Abkommen entsteht inmitten des Krieges im Iran und nach jüngsten Angriffen auf Staaten am Golf. Drei sunnitisch geprägte Länder schließen die Reihen – während der schiitisch dominierte Iran militärisch unter Druck steht.
Was das für Europa bedeutet
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein Muster, das die deutsche Außenpolitik seit Jahren übersieht: Während in Berlin über Klimaneutralität im Grundgesetz und Sondervermögen debattiert wird, ordnen andere Mächte die Sicherheitsarchitektur ganzer Weltregionen neu. Energieversorgung, Handelswege, Migrationsdruck – alles hängt an dieser Region.
Für Anleger bleibt die Lehre unbequem, aber schlicht: Geopolitische Umbrüche dieser Größenordnung erzeugen Unsicherheit – und Unsicherheit war historisch stets ein Umfeld, in dem physische Edelmetalle ihre Rolle als krisenfester Vermögensbaustein unter Beweis stellen konnten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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