
Meloni macht Ernst: Italiens Marine fährt allein gegen die Huthis
Rom setzt auf Tempo statt Brüsseler Sitzungsprotokolle. Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat die Marine angewiesen, alles Nötige vorzubereiten, um italienischen Handelsschiffen die Durchfahrt durch die Meerenge Bab al-Mandab zu sichern — notfalls ohne gemeinsamen EU-Beschluss. Die Ankündigung fiel am Donnerstag auf dem Forum „Risorsa Mare“ im Marinehafen La Spezia.
Der Hintergrund ist brisant: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz brachte in der vergangenen Woche die gesamte jemenitische Westküste am Roten Meer unter ihre Kontrolle, darunter die Hafenstadt Mokha. Auch strategisch entscheidende Inseln wie Mayyun (Perim) und die Hanisch-Inseln wurden besetzt.
„Tor der Tränen“ — der Flaschenhals des Welthandels
Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und bildet den südlichen Zugang zum Suezkanal. Nach gängigen Schätzungen passieren zehn bis fünfzehn Prozent des weltweiten Seehandels diesen Engpass — dazu ein erheblicher Teil der globalen Energietransporte.
Seit der Eskalation im Iran-Konflikt weichen viele Reedereien, allen voran saudische Transporte, verstärkt auf die Route über das Rote Meer aus. Fällt dieser Korridor aus, bleibt nur der Umweg um das Kap der Guten Hoffnung: Wochen mehr Fahrzeit, deutlich höhere Frachtraten.
Crosetto warnte, eine Unterbrechung würde Transportkosten nach oben treiben, Lieferketten verzögern und die Preise für Familien und Unternehmen steigen lassen. Jede Wirtschaftskrise treffe zuerst die Schwächsten.
„Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bürokratie Entscheidungen verzögert und eine ohnehin schon komplexe Situation verschärft wird.“
Worten folgten Taten — die „Carlo Bergamini“ fährt Eskorte
Es blieb nicht bei Ankündigungen. Medienberichten zufolge geleitete die moderne Fregatte „Carlo Bergamini“ bereits den italienischen Frachter „Jolly Oro“ Richtung Norden durch die Gefahrenzone — eine Eskorte von rund zwei Tagen, die nach Angaben der Marine ohne Zwischenfälle verlief.
Formal fährt das Schiff weiter unter dem Dach der seit 2024 laufenden EU-Mission Aspides. Zugleich soll Crosetto die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schriftlich aufgefordert haben, die Mission mit zusätzlichen Schiffen anderer Mitgliedstaaten zu verstärken. Italien sei bereit, eine zweite Fregatte zu stellen — die Kosten müssten die Partner allerdings mittragen.
Und Deutschland? Schweigen im Maschinenraum
Während Rom handelt, fällt Berlins Beitrag zur Debatte bislang bemerkenswert leise aus. Dabei hängt kaum eine Volkswirtschaft so sehr am Funktionieren der asiatischen Lieferketten wie die exportorientierte deutsche Industrie. Die Bundeswehr hatte sich 2024 mit der Fregatte „Hessen“ an Aspides beteiligt — der Einsatz endete nach wenigen Monaten.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der italienische Vorstoß vor allem eines: Wer seine Handelswege nicht selbst schützen kann, wird von anderen abhängig. Souveränität beginnt nicht in Brüsseler Arbeitsgruppen, sondern bei einsatzfähigen Streitkräften und klaren Entscheidungen.
Was das für Sparer bedeutet
Für Anleger ist die Lage am Roten Meer mehr als eine ferne Randnotiz. Steigen Frachtraten und Energiepreise, schlägt das erfahrungsgemäß mit Verzögerung auf die Inflation durch — und damit auf die Kaufkraft des Ersparten. Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch ihre Rolle als Krisenanker bewiesen und können als physische Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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