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20.09.2026
09:18 Uhr

Leere Zapfsäulen: Jede sechste Tankstelle im Osten Frankreichs trocken

In Frankreich gehen die Zapfsäulen leer. Am Samstagmorgen meldeten dem Bericht zufolge 11 Prozent aller Tankstellen landesweit, weder Diesel noch sämtliche Benzinsorten liefern zu können. In der Region Grand Est an der deutschen Grenze war es sogar jede sechste Station.

Gezählt werden dabei nur Betriebe, die tatsächlich ausverkauft sind – dauerhaft geschlossene Tankstellen bleiben außen vor. Und die Tendenz zeigt in den meisten Landesteilen weiter nach oben.

Paris redet die Lage schön – die Autofahrer stehen im Regen

Während im Elsass und in Lothringen die Schläuche trocken bleiben, lag der Anteil in der Île-de-France rund um Paris bei lediglich sieben Prozent. Ein Muster, das man kennt: Die Hauptstadt spürt die Krise zuletzt.

Energieministerin Maud Bregeon erklärte am Dienstag, 90 Prozent der Tankstellen hätten keine Versorgungsprobleme gemeldet. Eine bemerkenswerte Rechenkunst – dieselbe Zahl heißt umgekehrt: Jede zehnte Tankstelle des Landes kann ihre Kunden nicht mehr bedienen.

Laut Reuters schloss zudem eine zweistellige Zahl von Stationen aus Protest – gegen die Spritpreise und gegen Wettbewerbsverzerrungen durch staatlich flankierte Höchstpreise.

Wenn der Preisdeckel zur Falle wird

Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Tankstellen von TotalEnergies. Der Konzern hat sich selbst eine Preisobergrenze auferlegt – und zieht damit deutlich mehr Kunden an, als er beliefern kann.

Es ist die älteste Lektion der Ökonomie, vorgeführt an der Zapfsäule: Wer den Preis künstlich unter dem Marktniveau hält, beseitigt nicht die Knappheit. Er verlagert sie nur – vom Preisschild in die Warteschlange.

Der Preis verschwindet nicht. Er wird nur in Wartezeit bezahlt.

Bemerkenswert ist ein Gegenbeispiel: Korsika. Dort sind sämtliche Tankstellen regulär geöffnet. Auf der Insel wird ein Großteil des Stroms aus Erdöl gewonnen – die Versorgung hat entsprechend hohe Priorität.

Saudi-Arabien dreht Europa im Oktober den Hahn zu

Der eigentliche Grund liegt weit weg. Hohe Weltmarktpreise und eine physische Ölknappheit infolge der Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Infrastruktur haben den Markt ausgetrocknet; eine Meerenge wurde eingenommen, wichtige Pipelines wurden attackiert. Die größte Ölmonarchie der Welt hat angekündigt, im Oktober kein Öl mehr nach Europa zu liefern.

Damit wächst ausgerechnet die Abhängigkeit von Russland – politisch hochexplosiv. Selbst Marine Le Pen ist von der Idea einer engeren Zusammenarbeit mit Moskau inzwischen abgerückt.

Und Deutschland? Rekorde, die niemand feiert

Auch hierzulande schlägt die Krise durch. Medienberichten zufolge kletterte der Dieselpreis Mitte September im bundesweiten Schnitt auf rund 2,47 Euro je Liter – ein Allzeithoch. An einzelnen Autobahnraststätten wurden noch deutlich höhere Werte gemeldet.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der französische Fall exemplarisch, wie verwundbar eine Energieversorgung wird, die über Jahre auf politische Wunschbilder statt auf robuste Beschaffung und Reserven gesetzt hat. Wer Versorgungssicherheit dem Symbolpolitischen unterordnet, zahlt am Ende doppelt: an der Kasse und in der Schlange.

Für Sparer ist die Botschaft unbequem, aber alt: Energiepreisschocks fressen sich durch die gesamte Preisstruktur einer Volkswirtschaft – und damit durch die Kaufkraft von Guthaben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen gedient.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

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