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08.05.2026
05:28 Uhr

Kerosin-Krise made in Berlin: Wenn der Iran den Hahn zudreht und Israel den Notstand lindert

Es ist ein Lehrstück über die Folgen ideologisch verblendeter Energiepolitik: Während in Berlin noch über Klimaneutralität, grüne Zertifikate und synthetische Treibstoffe philosophiert wird, droht den deutschen Flughäfen schlicht der Sprit auszugehen. Der seit Monaten schwelende Iran-Konflikt und die damit einhergehende Blockade der strategisch entscheidenden Meerenge von Hormus haben offengelegt, was kritische Beobachter seit Jahren mahnen: Deutschland steht energiepolitisch auf tönernen Füßen.

Wenn der Tank leer bleibt: Die nackten Zahlen einer verfehlten Politik

Die Internationale Energieagentur und der Luftfahrtverband IATA schlagen Alarm. Bereits in diesem Monat könnte Kerosin an deutschen Flughäfen knapp werden. Die Lufthansa, Aushängeschild der einst stolzen deutschen Luftfahrtindustrie, hat bereits reagiert: Die Tochtergesellschaft Cityline wird eingestellt, sechs verbrauchsstarke Flugzeuge gehen vom Netz, bis zum Herbst sollen sage und schreibe 20.000 Flüge gestrichen werden. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Krieg am anderen Ende der Welt den deutschen Flugverkehr in die Knie zwingen könnte?

Ein Blick auf die Zahlen offenbart das ganze Ausmaß der Abhängigkeit: Von den rund neun Millionen Tonnen Kerosin, die Deutschland jährlich verschlingt, produzieren die elf inländischen Raffinerien gerade einmal 4,8 Millionen Tonnen selbst. Der Rest – 5,2 Millionen Tonnen – muss importiert werden, ein erheblicher Teil davon aus Asien. Und selbst die heimische Produktion ist eine Mogelpackung, denn 98 Prozent des dafür benötigten Rohöls werden ebenfalls eingeführt.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft

Mindestens ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Transporte zwängt sich durch diese schmale Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Wer hier den Hahn zudreht, hält die globale Wirtschaft am Schlafittchen. Die Brent-Notierung kletterte zeitweise weit über die 100-Dollar-Marke pro Barrel, der Kerosinpreis hat sich seit Kriegsbeginn schlicht verdoppelt. Eine Kostenexplosion, die nicht nur die Fluggesellschaften, sondern am Ende jeden Verbraucher trifft.

Berliner Realitätsverweigerung in Reinkultur

Was tut die Bundesregierung? Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) beruhigt die Nation mit dem Hinweis, man habe lediglich ein Preisproblem, keine Versorgungslücke. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wiegelt ab und befindet, „Alarmismus bei Kerosin hilft nicht“. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hingegen warnt offen vor einem Engpass und fordert von Reiche, die Versorgung sicherzustellen. Ein Kabinett, das sich öffentlich uneins ist – das Vertrauen der Bürger dürfte bei dieser Vorstellung weiter sinken.

Immerhin wurde ein sogenannter „Kerosin-Roundtable“ einberufen. Bei diesem Krisengipfel der besonderen Art schlossen Mineralölwirtschaft und Luftfahrt einen Engpass aus – während die Lufthansa parallel tausende Flüge streicht. Man muss schon eine ordentliche Portion Realitätsverweigerung mitbringen, um diese Widersprüche unter einen Hut zu bringen.

Hilfe aus Jerusalem: Wenn Verbündete einspringen müssen

Es kommt selten vor, dass eine Nation, die selbst im Kriegszustand operiert, einer der größten Volkswirtschaften der Welt aus der Patsche helfen muss. Doch genau dieses Bild bietet sich nun: Israel hat angekündigt, Deutschland mit Kerosin und Erdgas zu beliefern. Der israelische Außenminister Gideon Saar informierte bei seinem Berlin-Besuch persönlich Ministerin Reiche. Im Rahmen einer bestehenden Energiepartnerschaft soll der jüdische Staat einspringen. Konkrete Details, etwa zu Liefermengen oder Zeitplänen, bleiben jedoch im Dunkeln, da die Verträge zwischen Privatunternehmen geschlossen werden.

Die bittere Lektion für Deutschland

Was lehrt uns dieser Vorgang? Ein Land, das seine eigene Energieversorgung systematisch schleift, sich aus Kernkraft, Kohle und zuverlässigen Lieferländern zurückzieht, macht sich zwangsläufig erpressbar. Jahrzehntelang wurde uns erzählt, der globalisierte Markt werde es schon richten. Nun, da die Welt unruhiger wird – Ukraine-Krieg, Nahost-Eskalation, geopolitische Verwerfungen – zeigt sich die ganze Naivität dieser Annahme. Energiesicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss aktiv gestaltet werden. Es gehört zu den Grundaufgaben eines souveränen Staates, dass die Lichter brennen, die Heizungen laufen und die Flugzeuge fliegen.

Stattdessen erleben wir eine Politik, die auf Symbole setzt: Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert, ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das künftige Generationen belasten wird, und Versprechen, die im selben Atemzug gebrochen werden. Die deutschen Bürger werden mit höheren Preisen, gestrichenen Flügen und einer schwächelnden Wirtschaft die Zeche zahlen.

Edelmetalle als Anker in stürmischen Zeiten

Geopolitische Krisen, Energieengpässe, explodierende Rohstoffpreise und eine politische Klasse, die zwischen Beschwichtigung und Panik oszilliert – in solchen Zeiten zeigt sich der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine Lieferkettenprobleme durch die Straße von Hormus, sie sind nicht abhängig von der Laune autokratischer Regime und benötigen keine Raffinerien. Wer sein Vermögen als gesunde Beimischung breit aufstellt und einen Teil in physische Edelmetalle investiert, schafft sich einen Anker, der seit Jahrtausenden Stürme überdauert hat. Während Papierwerte und Aktien in Krisenzeiten zur Achterbahnfahrt werden, bleibt das Edelmetall, was es immer war: greifbarer, realer Wert.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben ausdrücklich keine individuelle Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich vor einer Anlageentscheidung selbst umfassend zu informieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen trägt jeder Leser die alleinige Verantwortung.

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