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22.09.2026
10:29 Uhr

Heizkosten-Schock 2026: Öl plus 24 Prozent – nur Gaskunden atmen auf

Heizen wird für Millionen deutsche Haushalte in diesem Jahr erneut teurer. Das geht aus dem neuen „Heizspiegel“ der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft Co2online hervor, der Prognosen für 2026 vorlegt. Besonders hart trifft es Besitzer von Ölheizungen und Pelletöfen – ausgerechnet Gaskunden könnten leicht entlastet werden.

1275 Euro nur fürs Warmwerden

Die Rechnung der Experten bezieht sich auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus. Für Heizöl prognostizieren sie – auch vor dem Hintergrund des Irankriegs – ein Plus von 24 Prozent auf 1275 Euro Jahreskosten.

Bei Holzpellets soll es um 17 Prozent auf 870 Euro nach oben gehen. Als Hauptgrund nennt Co2online die anhaltende Knappheit der Rohstoffe – eine Folge der schwachen Baukonjunktur. Wer hätte gedacht, dass der Einbruch am Bau am Ende auch die Heizkosten treibt?

Der Rest der Tabelle liest sich wie eine lange Reihe kleiner Nadelstiche:

  • Erdgas: minus 4 Prozent auf 1120 Euro
  • Fernwärme: plus 1 Prozent auf 1310 Euro
  • Wärmepumpe: plus 3 Prozent auf 735 Euro

Die Gas-Entlastung könnte nur ein Zwischenhoch sein

Dass Gaskunden überhaupt aufatmen dürfen, liegt laut der Gesellschaft an zwei Faktoren: günstigen Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und dem Wegfall der Gasspeicherumlage. Also an einer Abgabe, die der Staat erst eingeführt und dann wieder abgeschafft hat.

Doch die Entwarnung ist brüchig. Ein Sprecher verwies darauf, dass die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen könnten – und die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe von 2027 wieder nach oben treiben dürften.

Bis 2045 könnten sich Gas- und Ölheizkosten mehr als verdoppeln

Richtig unbequem wird der Langfristblick. Bis 2045 könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen nach den Berechnungen mehr als verdoppeln. Die Gründe klingen nicht nach Marktgeschehen, sondern nach Gesetzblatt: steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte und vorgeschriebene Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl.

Der politische Rahmen dazu ist längst gesetzt. Der nationale CO2-Preis bewegt sich 2026 laut Recherchen in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne; nach der geplanten Reform des Brennstoffemissionshandelsgesetzes soll dieser Korridor 2027 bestehen bleiben, bevor der europäische Emissionshandel ETS 2 die Preisbildung dem Markt überlässt. Für Fernwärme und Pellets erwartet Co2online über 20 Jahre einen moderaten Anstieg. Die Wärmepumpe bleibe voraussichtlich dauerhaft am günstigsten.

„Richtig lüften“ als Antwort auf die Kostenlawine?

Rund 90 Prozent aller Haushalte hätten noch Sparpotenzial, heißt es im Bericht. Einfache Verhaltensänderungen – richtiges Heizen und Lüften, weniger Warmwasser – könnten den Verbrauch um bis zu zehn Prozent senken.

„Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme.“

Aus Sicht unserer Redaktion bleibt eine unbequeme Frage offen: Wer Zehntausende Euro für Dämmung und neue Heizung nicht aus der Portokasse zahlt, dem hilft der Tipp mit dem Stoßlüften wenig. Kritiker der Energiepolitik sehen hier eine Umverteilung von unten nach oben – politisch gewollte Preisaufschläge treffen vor allem Mieter und Eigentümer im Bestand, die kaum ausweichen können.

Und genau das ist der Kern: Wenn Energie planmäßig teurer wird, verliert Geld auf dem Konto still an Kaufkraft. Physische Edelmetalle können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, diesen Wertverlust langfristig abzufedern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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