Kostenlose Beratung
07930-2699
150.000
Kunden
Sicherer
Versand
Keine
Meldepflicht
Kettner Edelmetalle
Menü
24.06.2026
16:46 Uhr

Goldpreis unter Beschuss: Wie ein Notenbanker den „barbarischen Reliquien“ den Kampf ansagt

Es war ein Paukenschlag an den Edelmetallmärkten: Erstmals seit November 2025 rutschte der Goldpreis am gestrigen Morgen wieder unter die psychologisch bedeutsame Marke von 4.000 US-Dollar je Unze. Ein starker Dollar und die unerwartete Aussicht auf steigende Zinsen lassen vorübergehend Sand ins Getriebe eines Bullenmarktes geraten, der die Anleger drei Jahre lang verwöhnt hat. Doch wer jetzt voreilig das Ende des Goldzeitalters ausruft, dürfte sich gewaltig täuschen.

Eine atemberaubende Rallye – und ihre kurze Verschnaufpause

Man muss sich die Zahlen einmal vor Augen führen: In jedem der vergangenen drei Jahre legte das Edelmetall zweistellig zu, mehr als verdoppelte seinen Wert. Notenbanken, Vermögensverwalter und Kleinanleger – sie alle suchten Schutz im glänzenden Hafen. Der Höhepunkt: ein Allzeithoch nahe 5.600 Dollar im Januar. Erst danach geriet die Aufwärtsbewegung ins Stocken, und aktuell notiert Gold rund 30 Prozent unter diesem Rekordstand.

Die Gründe sind vielschichtig. Der Ausbruch des US-iranischen Konflikts trieb die Energiepreise nach oben, befeuerte die Inflation und erhöhte damit die Wahrscheinlichkeit von Zinsanhebungen. Höhere Zinsen wiederum machen zinslose Anlagen wie Gold im Vergleich zu Staatsanleihen kurzfristig weniger attraktiv. Hinzu kommt, dass etliche Schwellenländer ihre Goldreserven als Sparbüchse anzapften, um die explodierenden Energiekosten zu stemmen und Währungsabflüsse abzufedern.

Der neue Mann an der Fed-Spitze

Der eigentliche Auslöser des jüngsten Kursrutsches sitzt jedoch in Washington. Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh überraschte die Märkte bei seiner ersten Sitzung mit einem ungewöhnlich falkenhaften Ton. Preisstabilität, so verkündete er, habe für ihn oberste Priorität. Ein klares Bekenntnis eines Mannes, der den Ruf eines kompromisslosen Inflationsbekämpfers genießt.

„Wer glaubt, er sei eine Marionette, die dort hingesetzt wurde, um Zinsen unabhängig von der Inflation zu senken, der wird bitter enttäuscht werden“, urteilte Gavyn Davies, Mitgründer von Fulcrum Asset Management und einstiger Chefökonom von Goldman Sachs. „So einer ist er nicht.“

Damit gerät der sogenannte „Debasement Trade“ ins Wanken – jene Strategie, die auf Gold und Bitcoin setzt und Währungen meidet, die durch inflationäre, fiskalische und geldpolitische Maßlosigkeit anfällig geworden sind. Seit Präsident Trump Warsh nominierte, verliert dieses Narrativ an Schwung. Solange die Notenbank eine Zinserhöhungsneigung signalisiere, sei die Entwertungskarte schwer zu spielen, so eine Strategin von JPMorgan.

Wall Street kappt die Prognosen – und doch bleibt eine Säule unerschütterlich

Mehrere Großbanken haben in den vergangenen Tagen ihre Goldprognosen zurückgeschraubt. Goldman Sachs strich 500 Dollar von seinem Jahresendziel, das nun bei 4.900 Dollar liegt. Die Deutsche Bank senkte ihre Schätzung fürs vierte Quartal um 17 Prozent. Bezeichnend ist jedoch: Selbst die nach unten korrigierten Ziele liegen allesamt über dem aktuellen Niveau. Die Analysten rechnen also weiterhin mit steigenden Kursen – nur eben etwas zurückhaltender.

Und hier kommt der entscheidende Punkt, den die schwankenden Spekulanten und ihre nervösen ETF-Verkäufe gern übersehen: Die mit Abstand stabilste Stütze des Goldmarktes bleibt die Nachfrage der Zentralbanken. Diese stockten ihre Bestände im ersten Quartal so schnell auf wie seit über einem Jahr nicht mehr.

„Die eine Säule, die stark bleibt, ist die Nachfrage der Zentralbanken, und wir erwarten, dass dies noch für lange Zeit so bleiben wird“, schrieb die Deutsche Bank.

Was der nervöse Anleger daraus lernen sollte

Während Hedgefonds und kurzatmige Spekulanten beim ersten Gegenwind die Flinte ins Korn werfen und die „barbarische Reliquie“ verspotten, kaufen jene Institutionen, die über Jahrzehnte denken, weiter unbeirrt ein. Das sollte zu denken geben. Die staatlichen Schuldenberge wachsen weltweit ins Astronomische, auch hierzulande – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die Berliner Große Koalition unter dem einstigen Versprechen, keine neuen Schulden zu machen, durchgewunken hat. Die Inflation, die solche Ausgabenorgien zwangsläufig nach sich ziehen, lässt sich auch von einem Falken im Fed-Gewand auf Dauer kaum bändigen.

Korrekturen gehören zum Wesen jedes Bullenmarktes. Wer physisches Gold und Silber besitzt, hält keinen Spielchip für kurzfristige Zinswetten in der Hand, sondern eine über Jahrtausende bewährte Versicherung gegen das Versagen von Politik und Geldpolitik. Genau dafür wurde das Edelmetall geschätzt – und genau dafür wird es geschätzt bleiben, lange nachdem die heutigen Prognosen Makulatur geworden sind.

Haftungsausschluss

Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen und Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen ausdrücklich keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und seine Entscheidungen sorgfältig zu prüfen. Für getroffene Anlageentscheidungen trägt jeder Leser die volle eigene Verantwortung. Eine Haftung für etwaige Verluste ist ausgeschlossen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen