
Gold-Wette aus Paris: Großbank sieht 5.250 Dollar je Unze!
Die französische Großbank Société Générale setzt voll auf Sachwerte. In ihrem Multi-Asset-Ausblick für das Schlussquartal 2026 rechnet sie bis zum Spätsommer 2027 mit einem Goldpreis von 5.250 US-Dollar je Unze. Gold und Kupfer erhalten im Portfolio der Bank je zehn Prozent.
Die Prognose kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 21. September notierte Gold bei rund 4.345 Dollar. In den vorangegangenen 30 Tagen hatte es gut fünf Prozent verloren und lag damit auf dem Stand vom Jahresbeginn. Das Rekordhoch liegt bei 5.594,70 Dollar. Die Pariser Analysten halten den Einbruch offenbar für eine Atempause und nicht für das Ende der Rallye.
Hohe Zinsen und trotzdem Gold?
Zehnjährige US-Staatsanleihen bringen derzeit fast fünf Prozent Rendite. Nach der gängigen Lehre müsste Gold, das keine Zinsen abwirft, dadurch an Reiz verlieren. Die Société Générale sieht das anders. Sie liest die hohen Renditen als Zeichen dafür, dass die US-Staatsfinanzen dauerhaft an ihre Grenzen stoßen.
Die Zahlen der Bank sind deutlich. Das US-Haushaltsdefizit liegt bei über sechs Prozent der Wirtschaftsleistung. Im Schnitt zahlt Washington vier Prozent Zinsen auf seine Schulden. Damit die Schuldenquote nicht weiter steigt, dürften es nur 2,3 Prozent sein. Bis Mitte der 2030er-Jahre könnten allein die Zinsausgaben fünf Prozent der Wirtschaftsleistung verschlingen.
Die Bank spricht von einem „Debasement Trade“. Gemeint ist die Wette darauf, dass Staatsgeld und Staatsanleihen schleichend an Wert verlieren. Gold schützt in dieser Lesart nicht mehr nur vor Inflation. Es sichert gegen die Folgen einer Politik ab, die Probleme mit immer neuen Schulden zudeckt.
Notenbanken kaufen Barren statt Anleihen
Rückenwind kommt von den Zentralbanken. Laut der Société Générale verkaufen Notenbanken weltweit US-Staatsanleihen und kaufen dafür Goldbarren. Nach Daten des World Gold Council erwarben sie allein im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen. Für ein zweites Quartal ist das ein Rekord.
Auch private Anleger steigen wieder ein. Die weltweiten Bestände der Gold-ETFs nähern sich der Marke von 3.000 Tonnen. Sinken später die Realzinsen und schwächelt der Dollar, spricht nach Ansicht der Bank noch weniger dagegen, Gold zu halten.
Der Fahrplan der Analysten
- Viertes Quartal 2026: 4.750 US-Dollar je Unze
- Zweites Quartal 2027: über 5.000 US-Dollar
- Spätsommer 2027: 5.250 US-Dollar
Selbst das höchste Kursziel liegt noch unter dem bisherigen Rekordhoch. Überzogen wirkt die Prognose deshalb nicht.
Kupfer: KI trifft auf leere Minen
Auch bei Kupfer sind die Analysten zuversichtlich. Für das Schlussquartal erwarten sie 14.750 Dollar je Tonne, bis zum dritten Quartal 2027 dann 15.250 Dollar. Die Nachfrage treiben die Elektrifizierung und vor allem der weltweite Bau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.
Beim Angebot hakt es. Nach Angaben der Bank ging die weltweite Minenproduktion im ersten Halbjahr 2026 um 1,1 Prozent zurück. Damit droht das erste Jahr mit sinkender Förderung seit fast einem Jahrzehnt. Zehn Jahre lang wurde zu wenig in neue Minen investiert. Weil Großprojekte viele Jahre Vorlauf brauchen, erwartet die Bank vor 2030 kaum zusätzliche Mengen.
Was deutsche Sparer daraus lernen können
Das Schuldenproblem betrifft nicht nur Amerika. Auch Berlin hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Lasten aufgenommen, und bezahlen werden sie die künftigen Steuerzahler. Wer sein Erspartes auf Staatsanleihen und Bankkonten verteilt, vertraut darauf, dass Regierungen ihre Finanzen im Griff behalten. Die Analyse aus Paris weckt Zweifel an diesem Vertrauen.
Prognosen sind keine Garantien, und kurzfristige Rücksetzer wie zuletzt gehören zum Goldmarkt dazu. Die Gründe, die die Bank nennt, gelten aber langfristig: hohe Schulden, kaufende Notenbanken und knappes Angebot. Physisches Gold und Silber bieten sich daher als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen an, als Versicherung gegen die Folgen einer Schuldenpolitik, die sich kaum zurückdrehen lässt.
Haftungsausschluss: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Prognosen von Banken und Analysten können sich als falsch erweisen. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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