
Epstein-Skandal erschüttert politische Elite: Clintons müssen unter Eid aussagen
Die Schatten der Vergangenheit holen nun auch das mächtigste Politikerpaar Amerikas ein. Bill und Hillary Clinton werden Ende Februar vor einem Kongressausschuss unter Eid aussagen müssen – ein beispielloser Vorgang, der die Verstrickungen der globalen Elite in den Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein einmal mehr ins grelle Scheinwerferlicht rückt.
Clintons kapitulieren vor drohender Kongressstrafe
Der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus, James Comer, verkündete den bemerkenswerten Sinneswandel des Ehepaars mit kaum verhohlener Genugtuung. Das Ehepaar habe vor dem Hintergrund eines Verfahrens wegen Missachtung des Kongresses „vollständig nachgegeben". Bill Clinton werde am 26. Februar aussagen, seine Gattin Hillary einen Tag später. Beide Befragungen würden protokolliert und per Video aufgezeichnet.
„Niemand steht über dem Gesetz, auch die Clintons nicht", stellte Comer unmissverständlich klar. Eine Aussage, die man sich in Deutschland von manchem Politiker wünschen würde, wenn es um die Aufarbeitung eigener Skandale geht.
Die Clintons hatten sich zunächst vehement gegen eine Aussage gewehrt. Ihre Anwälte argumentierten, beide hätten den Abgeordneten bereits „vorsorglich und freiwillig" alle verfügbaren Informationen zur Verfügung gestellt. Doch das drohende Verfahren wegen Missachtung des Kongresses – das im äußersten Fall sogar zu einer Gefängnisstrafe hätte führen können – ließ das einst mächtigste Paar Washingtons schließlich einlenken.
Britische Politik im Strudel des Skandals
Während die Clintons sich auf ihre Aussage vorbereiten, schlägt der Epstein-Skandal auch in Großbritannien immer höhere Wellen. Der frühere Labour-Politiker und Wirtschaftsminister Peter Mandelson steht im Zentrum schwerwiegender Vorwürfe. Aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten E-Mail-Verläufen geht hervor, dass er möglicherweise sensible Regierungsinformationen an den Sexualstraftäter weitergegeben haben könnte.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Mandelson soll unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren offizieller Verkündung an Epstein verraten haben. Zudem legen die Nachrichten nahe, dass er versuchte, die Einführung einer Steuer auf Banker-Boni zu verhindern. Der frühere Premierminister Gordon Brown wandte sich bereits an die Polizei, um Informationen über „unentschuldbare und unpatriotische" Handlungen seines einstigen Kabinettskollegen zu übermitteln.
Premierminister Starmer zeigt sich entsetzt
Der amtierende Premierminister Keir Starmer bezeichnete das Weiterleiten sensibler Regierungsinformationen als „schändlich". Mandelson solle nicht mehr im Oberhaus sitzen und den Titel Lord tragen dürfen. Bereits vor der offiziellen Entscheidung legte Mandelson sein Mandat nieder – ein Eingeständnis, das Bände spricht.
Königshaus unter Druck: Fergusons Stiftung schließt
Die Tentakel des Epstein-Netzwerks reichten bis in die höchsten Kreise der britischen Monarchie. Neben dem bereits in Ungnade gefallenen Andrew Mountbatten-Windsor – dem früheren Prinzen Andrew – geriet nun auch dessen Ex-Frau Sarah Ferguson erneut in die Schlagzeilen. Entgegen ihrer früheren Darstellung pflegte „Fergie" eine rege Freundschaft zu Epstein, die über dessen Verurteilung wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen hinausreichte.
Kurz nach der Veröffentlichung der jüngsten Akten, die etliche bislang unbekannte E-Mails zwischen Ferguson und Epstein enthalten, kündigte ihre wohltätige Stiftung „Sarah's Trust" an, die Arbeit „auf absehbare Zeit" einzustellen. Ein bemerkenswerter Zufall, möchte man meinen.
Internationale Verstrickungen: Von Norwegen bis Frankreich
Die Epstein-Akten offenbaren ein erschreckendes Bild der globalen Vernetzung des Sexualstraftäters. Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit taucht hunderte Male in den Dokumenten auf und musste bereits „peinliche Fehler" einräumen. Auch der Name des früheren französischen Kultur- und Bildungsministers Jack Lang findet sich in den Unterlagen.
Jeffrey Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Nach offiziellen Angaben nahm er sich 2019 in New Yorker Untersuchungshaft das Leben – eine Version, die bis heute von vielen angezweifelt wird.
„Es sei immer wichtig, an die Opfer zu denken", äußerte sich Prinz Edward als erster britischer Royal zu der Angelegenheit – eine Mahnung, die angesichts des politischen Getöses um prominente Namen allzu leicht in Vergessenheit gerät.
Die kommenden Wochen werden zeigen, welche weiteren Enthüllungen die Epstein-Akten noch bereithalten. Eines steht jedoch fest: Der Skandal hat das Potenzial, das Vertrauen in die politischen Eliten auf beiden Seiten des Atlantiks nachhaltig zu erschüttern – sofern dieses Vertrauen überhaupt noch vorhanden ist.
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