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06.05.2026
05:46 Uhr

Ein Jahr Merz: Versprochen, gebrochen – die Bilanz einer Regierung im Leerlauf

Genau ein Jahr ist es nun her, dass Friedrich Merz mit großem Pathos das Kanzleramt übernahm. Sein Versprechen klang verheißungsvoll: Schluss mit der Stagnation, Aufbruch für die Wirtschaft, Rückkehr zur Vernunft. Zwölf Monate später bleibt von dieser Aufbruchsstimmung wenig mehr als ein müdes Echo. Die Realität präsentiert sich ernüchternd – und für viele Bürger schlicht enttäuschend.

Mickriges Wachstum, Rekord bei Pleiten

Das Bundeskanzleramt verkauft das Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent im ersten Quartal 2026 als Erfolg. Doch wer genau hinschaut, erkennt die hauchdünne Fassade: Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle haben sich die Unternehmenspleiten im April mit 1.800 Insolvenzen auf ein Zwanzig-Jahres-Hoch geschraubt. Eine Zahl, die jeden Hochglanzbericht der Bundesregierung als das entlarvt, was er ist – Beruhigungsrhetorik in Zeiten wirtschaftlicher Erosion.

Der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, hat seine anfängliche Hoffnung längst verloren. Der Bundesverband „Der Mittelstand" (BVMW) hatte Merz im Wahlkampf noch wohlwollend begleitet. Heute spricht Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus in einem offenen Brief von „blankem Entsetzen" über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes. Die einstige Euphorie sei verflogen, an ihre Stelle sei tiefe Ernüchterung getreten. Der Verband fordere Merz auf, endlich seine Richtlinienkompetenz zu nutzen und das parteipolitische Klein-Klein zu beenden.

Körperschaftssteuer-Senkung – mutiger Schritt oder fiskalischer Selbstmord?

Die Koalition wirbt mit der schrittweisen Senkung der Körperschaftssteuer als ihrem Vorzeigeprojekt. Doch ausgerechnet der Wirtschaftsweise Achim Truger warnte schon Ende 2025 mit deutlichen Worten: Die Maßnahme sei eine „totale Schnapsidee", die zusätzlichen Wachstumsimpulse seien marginal, während die Steuerausfälle den ohnehin angespannten Haushalt weiter belasten würden. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass Merz im Wahlkampf vollmundig versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen – während gleichzeitig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die nächsten Generationen mit Zinslasten erdrücken wird.

Energiekosten: Das eigentliche Damoklesschwert

Während die Regierung mit kosmetischen Korrekturen hantiert, frisst sich das wahre Übel weiter durch das wirtschaftliche Gewebe der Republik: die explodierenden Energiepreise. Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des SPD-Wirtschaftsforums zeigt, dass für 63 Prozent der befragten Wirtschaftsentscheider die hohen Energiekosten an erster Stelle der Sorgen stehen. Der Iran-Krieg hat die Lage zusätzlich verschärft – und die jahrelange ideologisch motivierte Energiepolitik der Vorgängerregierung wirkt wie ein Mühlstein um den Hals der deutschen Industrie.

Klimaaktivisten unzufrieden – wen wundert's?

Auf der anderen Seite des Spektrums laufen die selbsternannten Weltretter Sturm. Der WWF wirft der Regierung „ein Jahr im Rückwärtsgang" vor. Heike Vesper, Vorständin Politik beim WWF Deutschland, beklagt, die Bundesregierung verkaufe den Abbau von Natur- und Klimaschutz als Wettbewerbsfähigkeit. Über 25 Klima- und Naturschutzinstrumente seien infrage gestellt, abgeschwächt oder gestrichen worden. Konkret kritisiert werden die Anhebung der Pendlerpauschale, die Senkung der Luftverkehrssteuer und die Streichung der Umweltverträglichkeitsprüfung.

Doch hier muss man ehrlich sein: Die Anhebung der Pendlerpauschale ist eine Wohltat für jeden hart arbeitenden Bürger, der nicht in der Innenstadt wohnt und für den das Auto kein Luxusgut, sondern Lebensnotwendigkeit ist. Die Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung – einst von der Ampel-Koalition gestrichen, was zu massiven Bauernprotesten geführt hatte – war überfällig. Dass die Klimalobby selbst diese Selbstverständlichkeiten als Verbrechen am Planeten brandmarkt, zeigt, wie weit sich Teile der Debatte von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt haben.

Zwischen den Stühlen statt Führung

Das eigentliche Problem der Merz-Regierung lässt sich auf einen Nenner bringen: Sie versucht, es allen recht zu machen, und enttäuscht am Ende alle. Die Wirtschaft sieht keine durchgreifende Entlastung, der Mittelstand fühlt sich verraten, die Klimaaktivisten toben, und die Bürger erleben weiter steigende Preise. Marktforscherin Janina Mütze brachte es im Handelsblatt auf den Punkt: 73 Prozent der Befragten bewerten Merz' Wirtschaftskompetenz inzwischen als gering. Für einen Kanzler, der mit dem Image des Wirtschaftsfachmanns angetreten ist, ein vernichtendes Urteil.

Hinzu kommt das ideologische Erbe der Vorgängerregierung, das in der Großen Koalition munter weiterlebt. Die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 hängt wie ein Bleigewicht an jeder wirtschaftspolitischen Entscheidung. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, der bereits vorgeworfen wird, den Netzausbau zu bremsen, sitzt zwischen den Fronten – während gleichzeitig das neue Gebäudemodernisierungsgesetz fossile Heizungen sogar noch nach 2045 zulassen soll. Klare Linie? Fehlanzeige.

Die Lehre für den Bürger: Auf sich selbst verlassen

Wer dieses Jahr Merz nüchtern bilanziert, kommt zu einem unbequemen Schluss: Auf die Politik kann sich der Bürger nicht verlassen. Versprechen werden gemacht, gebrochen, neu verpackt und wieder gebrochen. Die Inflation frisst das Ersparte, die Energiepreise höhlen den Wohlstand aus, und die Schuldenpolitik verwandelt jeden zukünftigen Steuerzahler in einen unfreiwilligen Kreditnehmer.

In Zeiten politischer Orientierungslosigkeit und wirtschaftlicher Verunsicherung gewinnt eines an Bedeutung: die eigenverantwortliche Vermögenssicherung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Verwerfungen, Währungsexperimenten und ideologisch motivierten Wirtschaftsentscheidungen ihren Wert bewahren. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie das, was die Politik nicht mehr liefern kann: Stabilität und Verlässlichkeit.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben die Meinung der Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines unabhängigen Beraters getroffen werden. Eine Haftung für Vermögensentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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