
Brüssels Rohstoff-Offensive: Von der Leyen buhlt in Australien um Lithium und Kobalt
Während Europa unter den Folgen einer jahrelang verschlafenen Rohstoffpolitik ächzt, reist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Sydney, um ein Freihandelsabkommen mit Australien unter Dach und Fach zu bringen. Das Versprechen: europäische Unternehmen sollen endlich besser mit kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Tantal versorgt werden. Klingt ambitioniert. Doch wie glaubwürdig ist dieser plötzliche Aktionismus?
Australien als Rettungsanker für Europas Industrie?
In einem Gastbeitrag, der am Montag in mehreren europäischen Zeitungen erschien, pries von der Leyen das geplante Abkommen in den höchsten Tönen. Das Freihandelsabkommen trage dazu bei, den Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu sichern, so die Kommissionspräsidentin. Australien sei der weltweit größte Lithiumlieferant und verfüge über Ressourcen, die für die „sauberen Technologien der Zukunft" von entscheidender Bedeutung seien – von Elektroautos in Spanien bis hin zu Offshore-Windturbinen in der Ostsee.
Der Handelsvertrag soll Zölle auf beiden Seiten abbauen, den Handel mit Dienstleistungen erleichtern und gegenseitige Investitionen vereinfachen. In Canberra trifft von der Leyen den australischen Regierungschef Anthony Albanese, während EU-Handelskommissar Maros Sefcovic bereits mit dem australischen Handelsminister Don Farrell über letzte Details verhandelt.
Jahrzehnte der China-Abhängigkeit rächen sich
Was von der Leyen als strategischen Coup verkauft, ist in Wahrheit das Eingeständnis eines kolossalen Versäumnisses. Jahrzehntelang hat sich Europa – und allen voran Deutschland – in eine geradezu groteske Abhängigkeit von China begeben. Peking kontrolliert den Großteil der europäischen Rohstoffimporte, insbesondere bei Seltenen Erden und verarbeiteten Mineralien. Dass diese Abhängigkeit nun als Sicherheitsrisiko erkannt wird, ist begrüßenswert. Dass es so lange gedauert hat, ist schlicht beschämend.
Von der Leyen formulierte das Ziel, „sicherzustellen, dass kein Land den Zugang zu Energie, Halbleitern oder Seltenerdmineralen als Waffe nutzen kann, um unsere Wirtschaft als Geisel zu nehmen". Starke Worte. Doch wer hat denn zugelassen, dass es überhaupt so weit kommen konnte? Es waren dieselben politischen Eliten in Brüssel und Berlin, die über Jahre hinweg jede Warnung vor einseitigen Lieferketten in den Wind schlugen – geblendet von billigen Importen und ideologisch motivierten Energiewende-Fantasien.
Streitpunkt Landwirtschaft
Ganz reibungslos verlaufen die Verhandlungen freilich nicht. Ein zentraler Streitpunkt bleiben die australischen Rind- und Schaffleischexporte. Die EU möchte hier Obergrenzen festlegen, um die eigene Landwirtschaft zu schützen – ein Anliegen, das man nur unterstützen kann. Europas Bauern stehen ohnehin unter enormem Druck durch überbordende Regulierung und steigende Kosten. Auf der anderen Seite steht eine australische Steuer auf europäische Luxusautos zur Debatte. Man darf gespannt sein, wessen Interessen am Ende tatsächlich gewahrt werden.
Rohstoffsicherung als Gebot der Stunde
Unabhängig von der politischen Bewertung des Abkommens zeigt die Entwicklung eines überdeutlich: Rohstoffe sind das neue Gold der Geopolitik. Wer über sie verfügt, hat Macht. Wer von anderen abhängig ist, wird erpressbar. Diese Lektion hätte Europa schon vor der Energiekrise 2022 lernen können, als die fatale Abhängigkeit von russischem Gas offenbar wurde. Stattdessen stolpert der Kontinent von einer Abhängigkeit in die nächste.
Für den einzelnen Bürger und Anleger bedeutet diese geopolitische Unsicherheit vor allem eines: Die Absicherung des eigenen Vermögens wird immer wichtiger. In Zeiten, in denen Lieferketten fragil sind, Währungen unter Druck geraten und politische Entscheidungen ganze Industriezweige über Nacht verändern können, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber einen bewährten Anker der Stabilität. Sie sind nicht von Lieferketten abhängig, nicht von politischen Launen steuerbar und haben über Jahrtausende ihren Wert bewiesen – ganz im Gegensatz zu manch politischem Versprechen aus Brüssel.

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