
Brüssel umgarnt Manila: Neuer Pakt gegen Chinas Rohstoff-Macht!
Die EU-Kommission hat am Dienstag eine grundsätzliche Einigung über ein Freihandelsabkommen mit den Philippinen verkündet. Handelskommissar Maroš Šefčovič und die philippinische Handelsministerin Maria Cristina Aldeguer-Roque besiegelten den Durchbruch laut Mitteilung der Kommission in einer Videokonferenz. Ziel: weniger Abhängigkeit von China – und ein Gegengewicht zur Zollpolitik Washingtons.
113 Millionen Verbraucher, 94 Prozent weniger Zölle
Die Zahlen klingen beachtlich. Über 94 Prozent der Zolllinien sollen fallen, abgedeckt werden mehr als 97 Prozent des bilateralen Handels. Der Warenaustausch lag 2025 bei 17,6 Milliarden Euro, der Dienstleistungshandel 2024 bei 10,3 Milliarden Euro. EU-Direktinvestitionen auf den Philippinen: 15,4 Milliarden Euro.
Profitieren sollen europäische Maschinenbauer, Pharmahersteller und Medizintechniker – und die Landwirtschaft. Fleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Milchprodukte und Spirituosen stehen auf der Exportliste. Umgekehrt liefert Manila vor allem Halbleiter, integrierte Schaltkreise und Industriemaschinen.
Šefčovič gab sich staatstragend:
„Dieses Abkommen setzt ein deutliches Zeichen: Die EU stärkt ihr Engagement im Indo-Pazifik.“
Europäische Freihandelsabkommen erfassten inzwischen die Hälfte der weltweiten Verbraucher, so der Kommissar – ein Vorteil, den kein anderes Land und kein anderes Bündnis habe.
Der eigentliche Grund: Pekings Griff an den Rohstoffhahn
Hinter dem diplomatischen Lack steckt blanke Not. Brüssel wirft China vor, im Jahr 2025 Chips und Seltene Erden als politisches Druckmittel gegen die europäische Industrie eingesetzt zu haben. Besonders die Autoindustrie geriet dadurch unter Druck – jene Branche also, die in Deutschland Millionen Arbeitsplätze trägt.
Das Abkommen soll deshalb auch EU-Investitionen in philippinische Rohstoffe erleichtern. Dazu kommen laut Kommission erstmals Regeln für öffentliche Aufträge, ein besserer Schutz geistigen Eigentums sowie Kapitel zu digitalem Handel, Energie und Rohstoffen.
Der zweite Treiber heißt Donald Trump. Seit die USA im Zuge ihrer neuen Zollpolitik massive Abgaben gegen viele Handelspartner verhängten – darunter 20 Prozent auf EU-Importe –, sucht Brüssel hektisch nach Alternativen. Abkommen mit Indien, Australien und Indonesien wurden zuletzt abgeschlossen, Thailand und Malaysia sollen folgen. Mit Bangkok rechnet die EU noch in diesem Jahr mit einer Einigung.
Gefeiert wird früh – geliefert wird später
Nüchtern betrachtet ist bislang nichts in Kraft. Es handelt sich um eine politische Grundsatzeinigung; der Rechtstext muss juristisch geprüft, in 24 Amtssprachen übersetzt, unterzeichnet und ratifiziert werden. Medienberichten zufolge hatte die philippinische Seite die Unterzeichnung zuletzt für 2027 in Aussicht gestellt.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorgang das ganze Dilemma europäischer Handelspolitik: Jahrelang hat man sich in eine gefährliche Abhängigkeit hineinregiert – bei Energie, bei Chips, bei kritischen Metallen. Jetzt soll ein Markt mit 113 Millionen Menschen reparieren, was politische Fehlkalkulation angerichtet hat. Kritiker aus der Zivilgesellschaft melden zudem Bedenken bei Umwelt- und Sozialstandards an.
Was das für Sparer bedeutet
Für Anleger ist die Botschaft unbequem: Lieferketten sind längst ein geopolitisches Schlachtfeld. Wer glaubt, Rohstoffe und Handelswege seien planbar, hat die vergangenen Jahre verschlafen. In einem Umfeld aus Zollkriegen, Exportverboten und wachsender Staatsverschuldung bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Ergänzung zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens – unabhängig davon, welches Abkommen Brüssel als Nächstes feiert.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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