
Bomben schon am Flieger: Trump stoppt Jemen-Angriff in letzter Sekunde
Die Zielisten waren freigegeben, die Munition wurde bereits auf US-Kampfflugzeuge verladen – dann zog Donald Trump die Reißleine. Medienberichten zufolge, allen voran einem Bericht der New York Times vom 20. September, brach der US-Präsident einen geplanten Luftschlag gegen die Huthi im Jemen in letzter Minute ab. Reuters griff die Darstellung auf und verwies darauf, dass eine Bestätigung des Regionalkommandos CENTCOM zunächst ausgeblieben sei.
Zwei Kehrtwenden in vier Tagen
Der geschilderte Ablauf liest sich wie ein politisches Drehbuch: Am Mittwoch habe Trump seinen Beratern erklärt, er wolle nicht zuschlagen. Am Donnerstag habe der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman angerufen und erneut um amerikanische Luftschläge gegen die vorrückenden Huthi gebeten. Trump habe das Pentagon daraufhin zur Vorbereitung angewiesen.
Am Sonntagmittag dann, so die Berichte unter Berufung auf anonyme US-Beamte, der erneute Stopp – „zumindest vorerst“. Bereits am 10. September hatte Axios von zwei erfolglosen Anrufen aus Riad berichtet. Washington liefere Aufklärung und Zieldaten, aber keine offensiven Einsätze.
Wer Perim hält, hält Europas Energie-Nerv
Der Hintergrund ist brisant. Übereinstimmenden Agenturberichten zufolge haben die Huthi Anfang September die Hafenstadt Mocha, den Ort Dhubab und die Insel Perim (Mayyun) in der Meerenge Bab el-Mandeb unter ihre Kontrolle gebracht. Damit sitzt die Miliz auf jener Route, über die Öl den unter Druck stehenden Persischen Golf umgehen soll.
Die Reaktion der Märkte war eindeutig: Der Brent-Preis kletterte laut Medienberichten zeitweise über 105 US-Dollar je Barrel. Versicherungsprämien für Tanker ändern sich im Stundentakt. Die Huthi müssen kein einziges Schiff versenken – es reicht, saudische Ladung zum Ziel zu erklären.
Warum Washington zögert
2025 hatte die US-Luftwaffe die Miliz zwei Monate lang bombardiert und die Kampagne nach einer Waffenruhe eingestellt – bezwungen war niemand. Trump selbst erklärte parallel, man stehe in ständigem Kontakt mit den Huthi; diese wollten nicht gegen die USA kämpfen und ließen die meisten Schiffe passieren. Fox und Al Jazeera berichteten von Gesprächen in Maskat.
Beobachter lesen daraus eine schlichte Formel: amerikanische Schiffe schonen, saudische treffen. Und Washington nimmt es hin, weil die eigenen Kapazitäten im laufenden Konflikt mit dem Iran gebunden sind. Eine dritte Front wäre kein Pinselstrich, sondern ein Jahre dauernder Abnutzungskrieg.
Was das für Europa bedeutet
Für deutsche Verbraucher und Industriebetriebe ist der Jemen kein exotischer Nebenschauplatz. Zwei bedrohte Nadelöhre – Hormuz und Bab el-Mandeb – genügen, um Diesel, Fracht und Strompreise nach oben zu treiben. Ausgerechnet jene Energiepolitik, die Berlin und Brüssel als Zukunftsmodell verkaufen, macht das Land für solche Schocks besonders anfällig.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Episode vor allem eines: Geopolitische Risiken sind nicht mehr Randnotiz, sondern Preisfaktor. In solchen Phasen erinnern sich Anleger traditionell an physische Edelmetalle – Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Anker in einem breit gestreuten Vermögen bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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