
„Beispielloser Angriff“: 100.000 Metaller gegen den Job-Kahlschlag
Die IG Metall bringt die Autoindustrie auf die Straße. An mehr als 200 Standorten in Deutschland laufen Betriebsversammlungen, Demonstrationen und Sternmärsche – die Gewerkschaft rechnet mit über 100.000 Teilnehmern. Im Zentrum des Protests: der massive Abbau von Arbeitsplätzen und drohende Einschnitte bei den Arbeitsbedingungen.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner sprach von einem „beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie“. Medienberichten zufolge legte sie bei einem Auftritt im VW-Stammwerk Wolfsburg nach und attackierte die Konzernvorstände scharf – überall brenne „gerade die Hütte“.
Die Zahlen hinter der Wut
Der Zorn kommt nicht aus dem Nichts. Nach Angaben der amtlichen Statistik arbeiteten in der deutschen Automobilindustrie zum Ende des dritten Quartals 2025 rund 48.700 Menschen weniger als ein Jahr zuvor – ein Minus von fast sieben Prozent.
Analysen zufolge verlor die deutsche Industrie insgesamt allein 2025 über 120.000 Stellen, knapp 50.000 davon in der Autobranche. Eine Untersuchung der Fraunhofer-Forscher warnt laut Medienberichten sogar davor, dass in Europas Autoindustrie bis 2040 bis zu 726.000 von 1,6 Millionen Jobs wegfallen könnten.
Selbst die 35-Stunden-Woche, jahrzehntelang das Prestigeprojekt der IG Metall, könnte nach Einschätzung der Gewerkschaft unter Druck geraten. Wer ahnt, wie tief die Krise sitzt, versteht, warum die Nervosität in den Werkshallen steigt.
Forderungen an Konzerne – und an die Politik
Von den Unternehmen verlangt die Gewerkschaft höhere Investitionen in die deutschen Werke: Batterieproduktion, autonomes Fahren, modernere Anlagen. Von der Politik fordert sie ein Paket, das aufhorchen lässt:
- niedrigere Strompreise
- Abbau bürokratischer Vorgaben
- zusätzliche Zölle auf Autos aus China
- Finanzhilfen für Zulieferer im Strukturwandel
Bemerkenswert: Zwei dieser Punkte – billigere Energie und weniger Bürokratie – stehen seit Jahren auf der Wunschliste von Unternehmern und Mittelstand. Nun kommen sie aus dem Mund einer Gewerkschaftsführung. Ein deutlicheres Zeugnis über die Standortpolitik der vergangenen Jahre ist kaum vorstellbar.
Bürokratie, Strompreise, Verbrenner-Aus
Aus Sicht unserer Redaktion ist die Krise der Autoindustrie kein Naturereignis, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen: hohe Energiekosten, wachsende Berichtspflichten und ein regulatorisch erzwungener Technologiepfad. Die EU-Kommission hatte Ende 2025 vorgeschlagen, das strikte Verbrenner-Aus ab 2035 aufzuweichen – ein Eingeständnis, dass die Vorgaben an der Realität vorbeigingen.
Kritiker der Brüsseler Klimaregulierung sehen darin die Quittung für eine Politik, die Vorschriften gemacht hat, ohne die Folgen für Beschäftigte und Zulieferer zu bedenken. Die Zeche zahlen nun Facharbeiter in Wolfsburg, Stuttgart und Nürnberg.
Ab November drohen Warnstreiks
Der Aktionstag ist erst der Auftakt. Anfang Oktober startet in Baden-Württemberg die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie, die Entgelttarifverträge laufen am 31. Oktober aus. Mit dem Ende der Friedenspflicht wären ab November erste Warnstreiks möglich – in einer Branche, die ohnehin ums Überleben kämpft.
Für viele Bürger stellt sich die einfache Frage: Wie lange kann ein Industrieland von seiner Substanz leben? Wer wirtschaftliche Unsicherheit abfedern will, zieht klassische Sachwerte in Betracht – physisches Gold und Silber gelten seit Generationen als krisenerprobte Beimischung zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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