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20.09.2026
07:39 Uhr

40 Billionen Schulden: Star-Investor warnt vor US-Zinsschock

Die USA sitzen auf einem Schuldenberg von mehr als 40 Billionen Dollar – und die Rechnung dafür wird täglich teurer. Bei einer Veranstaltung in New York warnte DoubleLine-Gründer Jeffrey Gundlach laut Bloomberg, die nächste Rezession könne eine handfeste Schuldenkrise auslösen. Seine Zahl für den Ernstfall: 3 Billionen Dollar Zinsausgaben pro Jahr.

Die Zinslast frisst den Haushalt auf

Wie dramatisch die Entwicklung ist, zeigt ein simpler Vergleich. 2019 zahlte Washington rund 564 Milliarden Dollar Zinsen im Jahr. Inzwischen liegt die annualisierte Zinslast Berichten zufolge bei 1,247 Billionen Dollar – mehr als eine Verdoppelung in wenigen Jahren.

Der Grund: Jede alte Anleihe, die ausläuft, muss zu heutigen Konditionen ersetzt werden. Und die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind seit dem Frühjahr von rund 4 Prozent auf zuletzt 4,99 Prozent geklettert. Zum Vergleich: In der Corona-Zeit reichten 0,60 Prozent.

Warum Anleihen kein sicherer Hafen mehr sein könnten

Gundlachs zentrale These rüttelt an einem Glaubenssatz ganzer Anlegergenerationen. Bislang galt: Bricht die Wirtschaft ein, flüchten Investoren in Staatsanleihen, die Kurse steigen, die Renditen fallen. Der Fondsmanager erwartet das Gegenteil.

"Wir sind in einer verkehrten Welt, und in der nächsten Rezession werden die langfristigen Zinsen steigen. Sie werden wegen der Schuldenkrise steigen, die diese Rezession auslösen wird."

Das Haushaltsdefizit könne in einem Abschwung "leicht auf 12% des BIP steigen", sagte er demnach – und genau daraus ergebe sich die Drei-Billionen-Rechnung. Sein Fazit laut Bloomberg: Das könne man schlicht nicht machen.

Operation Twist oder Umschuldung – beides ein Alarmsignal

Für den Krisenfall skizzierte Gundlach zwei unkonventionelle Auswege. Erstens eine Neuauflage der "Operation Twist": Die Fed würde langfristige Zinsen drücken und kurzfristige hochhalten. Eingreifen würde sie seiner Einschätzung nach etwa bei 6,5 Prozent Rendite.

Zweitens – und ungleich brisanter – eine Umschuldung, bei der Kuponzahlungen gekappt würden. Ein Kupon von eins für alle, so sein Gedankenspiel, würde die Zinsausgaben über Nacht um 75 Prozent senken. Der Preis wäre allerdings der Ruf als sicherster Schuldner der Welt. Gundlach selbst sagt, jeder Investor würde vor Wut explodieren.

Das Muster hinter der Krise

Aus Sicht unserer Redaktion liegt hier der eigentliche Skandal – und er ist keineswegs auf Washington beschränkt. Finanzkrise 2008, Corona, Energiekrise: Jedes Mal wurden Probleme mit neuen Schulden zugeschüttet. Die Krise geht, die Schulden bleiben.

Auch Berlin kennt dieses Drehbuch. 500 Milliarden Euro Sondervermögen, Klimaneutralität im Grundgesetz – finanziert von Steuerzahlern, die heute noch zur Schule gehen. Wer glaubt, Zinsen seien ein Naturgesetz, das dauerhaft bei null verharrt, hat die Jahre 2022 bis 2026 verschlafen.

Bemerkenswert ist zudem ein Detail aus Gundlachs Analyse: Seit 2020 brechen alte Marktkorrelationen weg – etwa zwischen Gold, Kupfer und den Anleiherenditen. Auch der Dollar verhalte sich nicht mehr wie früher. Nach der jüngsten Fed-Zinserhöhung notierte Gold Berichten zufolge dennoch bei über 4.300 Dollar je Unze. Ein Metall ohne Schuldner kennt eben kein Ausfallrisiko.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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